Erdgas
17.12.2013

Kaspisches Gas auf dem Weg

Statoil

In Baku gaben die am Shah Deniz-Gasfeld beteiligten Unternehmen am Dienstag den Startschuss für die geplante Förderung. Mit kaspischem Gas für Europa könnten sich die Koordinaten auf dem hiesigen Gasmarkt verändern.

Das Shah Deniz-Konsortium hat heute in Aserbaidschans Hauptstadt Baku die finale Investitionsentscheidung für zweite Phase des Gasfeldes im Kaspischen Meer sowie für den Ausbau der Südkaukasischen Pipeline (SCP) getroffen. Es ist der Startschuss für eine ganze Reihe an Projekten, mit deren Hilfe kaspisches Gas künftig über die Türkei bis nach Europa fließen soll. 

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„Shah Deniz 2 und der Südliche Gaskorridor werden nicht nur die Energielandkarte verändern, sie werden auch den europäischen Kunden erstmals einen direkten Zugang zu Aserbaidschans Gasressourcen verschaffen“, erklärte Bob Dudley, CEO des Konsortiumführers BP, zur feierlichen Unterzeichnung. Der zweite große Anteilseigner Statoil aus Norwegen gab heute am Rande der Investitionsentscheidung bekannt, zum neuen Jahr für rund eine Milliarde Euro einen Zehn-Prozent-Anteil an BP (3,3 Prozent) und das aserbaidschanische Konsortiumsmitglied Socar (6,7 Prozent) zu verkaufen. 

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Milliarden für kaspisches Gas

Ab Ende 2018 sollen vom neuen Förderfeld jährlich 16 Milliarden Kubikmeter Gas gen türkischem und europäischem Markt strömen. Für den „Südlichen Gaskorridor“ schließen drei Pipeline-Projekte aneinander an: neben dem Ausbau der SCP der Neubau der Transanatolischen Pipeline (Tanap) durch die Türkei und der Transadriatischen Pipeline (TAP) an die Südspitze Italiens.

Die Investitionen haben es dabei in sich: Allein die Entwicklung des Gasfeldes und der Ausbau der SCP, für die jetzt die Investitionen beschlossen wurden, kosten zusammen geschätzte 20 Milliarden Euro. Für die Tanap werden dann noch über fünf Milliarden Euro dazukommen. Über die Kosten der TAP hält sich das Konsortium, an dem auch der Düsseldorfer Versorger Eon beteiligt ist, noch bedeckt. 

Das kaspische Gas befindet sich seit Jahren in einem Wettrennen mit russischem Gas um den südlichen Zugang zum europäischen Markt. Bereits vor rund einem Jahr hatte der russische Präsident Wladimier Putin den Startschuss für den Bau der South Stream gegeben, die durch das Schwarze Meer bis tief nach Europa reichen soll. An South Stream sind neben dem Hauptanteilseigner Gazprom weitere europäische Energiekonzerne beteiligt  Italiens Eni, Frankreichs EDF und die Kasseler BASF-Tochter Wintershall.  

EU will Abhängigkeit von Russland reduzieren

Für Europa haben die Projekte strategische Bedeutung. „Die Türöffnung in den kaspischen Raum ist entscheidend. Es kommt nicht so sehr auf die Menge an, sondern auf die Öffnung einer direkten Beziehung“, betonte EU-Energiekommissar Günther Oettinger vor einigen Monaten im Interview mit BIZZ energy today.

 

Daniel Seeger
Keywords:
Statoil | BP | Kaspisches Gas | Erdgas | South Stream | Eon | TAP | Tanap | Shah Deniz
Ressorts:
Markets

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