Divestment
20.04.2018

Katholische Institutionen stoßen fossile Investments ab

Foto: Creative Commons
Das aktuelle Papamobil von Papst Franziskus fährt mit Diesel. Zudem besitzt er einen elektrischen Ampera E von Opel.

35 milliardenschwere katholische Institutionen trennen sich von fossilen Brennstoffen. Sie schließen sich damit der weltweiten Divestment-Bewegung an.

Anlässlich des weltweiten „Earth Day“ hat ein globales Bündnis aus 35 katholischen Organisationen angekündigt, nicht länger in Kohle-, Gas- und Ölunternehmen zu investieren. Fossile Brennstoffe gelten als Hauptverursacher der Klimakrise. Die humanitäre Hilfsorganisation Caritas Internationalis, katholische Banken mit einem Vermögen von 7,5 Milliarden Euro, Diözesen und andere katholische Institutionen von vier Kontinenten wollen künftig nur noch in klimafreundliche und sozial gerechte Anlageformen investieren. Sie schließen sich damit der weltweiten Divestment-Bewegung an.

Anzeige

Anzeige

„Die Hauptleidtragenden der Klimakrise sind die Armen. Aus diesem Grund hat sich Caritas Internationalis dazu entschieden, nicht mehr in fossile Brennstoffe zu investieren“, sagt Kardinal Luis Tagle, Präsident von Caritas Internationalis anlässlich des Earth Day am Sonntag. „Wir ermutigen unsere Mitgliedsorganisationen und andere Gruppen und Organisationen, die mit der katholischen Kirche verbunden sind, das gleiche zu tun“, so Tagle.

Papst ruft zu einer ökologischen Umkehr auf

In Deutschland trennen sich unter anderem drei größere katholische Banken von fossilen Brennstoffen und schließen derlei Investitionen in Zukunft aus: die Pax Bank, die Bank Im Bistum Essen und die Steyler Ethik Bank. Sie und die anderen folgen damit 60 katholischen Institutionen und mehr als 850 Universitäten, Städten, Pensionsfonds und anderen Investoren weltweit an. Diese haben bereits in der Vergangenheit den Abzug von Geld aus Kohle-, Öl- und Gasunternehmen beschlossen.

Die wachsende Divestment-Bewegung wird zunehmend von führenden Kirchenfunktionären einschließlich Bischöfen unterstützt. Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, sagte: „Divestment ist eine wichtige Möglichkeit für die Kirche, eine Vorreiterrolle im Kontext eines sich verändernden Klimas einzunehmen.“

Koordiniert wurde die Initiative von der katholischen Klimabewegung Global Catholic Climate Movement (GCCM). Deren Mission ist es nach eigener Aussage, die Katholiken bei der Umsetzung von Papst Franziskus‘ Umweltenzyklika „Laudato Si“ zu unterstützen. Darin ruft das Kirchenoberhaupt zu einer ökologischen Umkehr auf.

Lesen Sie auch: Rückfall – Privatbanken investieren wieder mehr in fossile Energien

Jutta Maier
Keywords:
Divestment | katholische Kirche | Banken | Fossile Investments | erneuerbare Energien
Ressorts:
Finance

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy Dezember 2017/Januar 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter (Mail:bizzenergy@pressup.de) sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Welche Stellschrauben können Sie drehen, um Ihren Bestandswindpark zu optimieren?
Mithilfe des interaktiven Datentools von bizz energy Research sehen Sie die Effekte auf den Netto-Cashflow.


Link zum Cashflow-Rechner von bizz energy Research