Um Ausschreibungen für Solaranlagen war in den vergangenen Monaten heftig gerungen worden. Die Bundesregierung will ab 2017 die Vergütung für möglichst viele Erneuerbare-Energien-Anlagen über Ausschreibungen festlegen. Die Sätze würden nicht mehr vom Gesetzgeber festgelegt, sondern bei Auktionen wettbewerblich ermittelt. Die Regierung erhofft sich dadurch Kostensenkungen für Stromkunden.

Für den kleinteiligen Solarmarkt war umstritten, ob sich auch kleine Gewerbebetriebe für Anlagen auf dem eigenen Firmendach an den Auktionen beteiligen sollen. Die Unionsfraktion im Bundestag wollte im Einklang mit dem Energieverband BDEW die Freigrenze auf 30 Kilowatt absenken, sodass nur Hausbesitzer von den Ausschreibungen verschont geblieben wären. Das Bundeswirtschaftsministerium strebte 1.000 Kilowatt an (ausführlicher Hintergrund hier).

 

Mehr PV-Parks auf Äckern und Wiesen

Die Unterstützung für die 1.000 Kilowatt ist nun massiv gewachsen. Auf diesen Wert haben sich die Ministerpräsidenten aller Bundesländer und das Kanzleramt vorläufig geeinigt. Das geht aus einer auf vergangenen Montag datierten Beschlussvorlage für das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am 31. Mai hervor, die bizz energy am Freitag vorlag.

Die jährliche Auktionsmenge für Großanlagen soll laut dem Dokument außerdem von 500 auf 600 Megawatt erhöht werden. Erleichterungen soll es zudem für ländliche Regionen geben, in denen die Bevölkerung zurückgeht oder in die nur geringe landwirtschaftliche Erträge abwerfen. In solchen benachteiligten Gebieten sollen die Länder die Möglichkeit erhalten, auf mehr Acker- und Grünflächen Solarparks zu genehmigen.

Solche Dachanlagen auf Hallen und Gewerbebetrieben sind bei der EEG-Novelle umstritten. (Foto: Wikimedia Commons / NIco Pudimat / gemeinfrei)