Grüne Geldanlage
20.04.2016

Klimafonds schon zu drei Vierteln gefüllt

foto: UN
Dezember 2015: Applaus für das als historisch gefeierte Pariser Klimaabkommen von Frankreichsstaatschef Francois Hollande, seinem ehemaligen Außenminister Laurent Fabius und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

165 Spitzenpolitiker wollen am Freitag das Pariser Klimaabkommen unterzeichnen. Die Finanzwelt soll alle Investitionen am Klimaschutz ausrichten. Ein von der Bundesregierung initiierter Finanztopf sammelte bereits 367 Millionen US-Dollar ein.

 

Anzeige

Bei einer von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon geleiteten Zeremonie wollen die Spitzenpolitiker das im Dezember 2015 in Paris verabschiedete Klimaabkommen unterzeichnen.

In dem Artikel zur Klimafinanzierung verpflichtet sich die internationale Staatengemeinschaft zu klimafreundlichen Investitionen. Alle globalen Finanzströme sollen sich an der Entwicklung einer emissionsarmen Wirtschaft und an der Anpassung an den Klimawandel ausrichten, heißt es darin.

Deshalb entwickeln Regierungen weltweit Instrumente zur Klimafinanzierung. In Deutschland fördert das Bundesumweltministerium gemeinsam mit der staatlichen Förderbank KfW in Frankfurt den Green Climate Partnership Fund (GCPF). Insgesamt soll der Fonds 500 Millionen US-Dollar aus staatlichen und privaten Mitteln einsammeln. Das ist bald geschafft.  „Die Zielgerade rückt näher“, sagt Claudia Arce gegenüber bizz energy. Sie ist bei der KfW für den GCPF zuständig. Bislang hat der Klimafonds 367 Millionen US-Dollar eingesammelt und davon 292 US-Dollar für Erneuerbaren-Projekte abgerufen.

Anzeige

 

Öffentliche Gelder als Risikopuffer

Zusammen mit dem englischen und dänischen Energieministerium hat die Bundesregierung 2014 eine erste Tranche in Höhe von 116 Millionen US-Dollar in den Fonds eingezahlt. Die öffentlichen Gelder dienen für institutionelle Anleger als Risikopuffer, wie auch das bereits auf der Pariser Klimakonferenz präsentierte Instrument gegen Wechselkursschwankungen, das potenzielle Investoren nach Afrika locken soll. Als erster privater Investor zahlte die Ärztekammer Westfalen zunächst 30 Millionen Euro in den Fonds ein. Weiteres Geld kommt unter anderem von der International Finance Coporation und der niederländischen Förderbank. 

Im laufenden Jahr sollen „deutlich stärker Private mit ins Boot geholt werden“, kündigt Arce an.

Die Chancen dazu stehen nicht schlecht. Nachhaltige Geldanlagen sind seit dem als historisch gefeierten Pariser Abkommen angesagt. Städte, Pensionsfonds und Universitäten suchen weltweit nach neuen, grünen Geldanlagen – und ziehen ihre Anleihen aus Unternehmen ab, die ihr Geld mit Fossilen verdienen. In Deutschland hat die Stadt Münster Anfang des Monats das Geld ihrer beiden Pensionsfonds aus kohle-, öl- und gaslastigen Unternehmen abgezogen und setzte damit einen bereits im November vergangenen Jahres verabschiedeten Beschluss um.

 

Geld für einen neuen Ofen

Die Mittel aus dem Green Climate Partnership Fund fließen in Erneuerbaren- und Energiesparprojekte und damit in die Treibhausgas-Minderung in Schwellen- und Entwicklungsländern. Eine Kommission aus Vertretern der Investoren wählt die Ideen aus und zieht dabei neben wirtschaftlichen Kriterien auch den Klimaschutz ins Kalkül.

Die Fonds-Gelder werden dazu an lokale Banken vergeben, die sie weiter verteilen. Zum Beispiel vergibt die südamerikanische Bank ProCredit Ecuador Kredite an kleine Bäckereien. Die können damit ihre dieselbetriebenen Backöfen durch energiesparende Modelle ersetzen. Das reduziert den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase und spart Geld. Für Bäckerei-Besitzer Luis Yaguache Sislmea in Ecuadors Hauptstadt Quito rechnet sich der neue Ofen nach drei Jahren, sagt er.

Mit der feierlichen Unterzeichnung des Abkommens am Freitag in New York wächst der Druck auf die internationalen Finanzmärkte. Sie ist ein weiterer Schritt bei der Umsetzung der internationalen Klimaziele. Anschließend bedarf das Abkommen der Ratifizierung, also der Bestätigung durch die nationalen Parlamente. Das Abkommen tritt in Kraft, wenn es von 55 Ländern, die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen ausmachen, bestätigt wurde. Bislang haben das nur die kleinen Inselstaaten Fidschi, Palau, die Marshallinseln und die Malediven getan.

Jana Kugoth
Keywords:
Pariser Klimagipfel | Klimafinanzierung | Green Climate Partnership Fund | KfW | Bundesregierung | Klimafonds | Risikoabsicherung | Klimaschutz | Treibhausgasminderung | Grünstromprojekte
Ressorts:
Finance | Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen