Die gigantische Menge von 448 Millionen Tonnen CO2 haben zivile Flugzeuge 2010 in die Luft geblasen. Unternimmt die Politik nichts, wird sich das Problem noch verschärfen. Bis zum Jahr 2030 rechnet die Luftfahrtorganisation der UN (ICAO) mit einem jährlichen Wachstum der Flugindustrie um vier Prozent. Schon bis 2020 wird die Menge der Treibhausgase nach einem aktuellen ICAO-Bericht auf 755 Millionen Tonnen steigen.

Komplett emissionsfreie Flieger wie die mit Sonnenkraft angetriebene Solar Impulse eignen sich noch nicht für Urlaubsflüge. Deshalb bleibe Biotreibstoff aus nachwachsenden Quellen vorerst die einzige praktikable Lösung für das klimaneutrale Fliegen, analysiert die Luftfahrtorganisation.

 

 

Für Autos bliebe kein Biokraftstoff übrig

In ihrem Bericht kommt sie zu dem Schluss, dass die komplette Umstellung des zivilen Luftverkehrs bis zu 60 Milliarden Dollar pro Jahr kosten würde. Auch der technische Aufwand wäre gewaltig: Um ein derartiges Riesenprojekt umzusetzen, müssten 170 Biokraftstoff-Raffinerien neu gebaut werden und nahezu sämtliche derzeit global verfügbaren Biosprit-Ressourcen allein den Fliegern zur Verfügung gestellt werden.

Bis Oktober wollen sich die UN-Mitgliedstaaten auf einen Pakt zu Emissionsbeschränkungen des Luftverkehrs einigen. Unterhändler bestätigten diese Woche gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass dieses Abkommen wohl nicht verbindlich sein wird. Zu viele Länder sehen demnach ihre wirtschaftlichen Ziele bedroht.

Fliegen frei von Klimakillern kann keine kleinlichen Kostenkalkulationen vertragen. (Foto: Wikimedia Commons)