Die Geldpolitik der Notenbanken, der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar und die Energiepreise haben weiterhin signifikanten Einfluss auf das Geschehen an den Kapitalmärkten. Bei steigenden Unternehmensgewinnen und moderater Bewertung sind die Aussichten vor allem für die europäischen Aktienmärkte gut. Medienwirksame Ereignisse wie der VW-Skandal, der UN-Klimagipfel in Paris oder Menschenrechtsverstöße in der Lieferkette bei Nestlé schärfen das Bewusstsein der Anleger für mehr Nachhaltigkeit. Für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung sind soziale und ökologische Aspekte heute unverzichtbar. Kohlelastige Unternehmen, die stark zum Klimawandel beitragen, werden es künftig deutlich schwerer am Kapitalmarkt haben. Emissionsreduktion und Emissionsvermeidung sind das Gebot der Zukunft. Im Sinne eines aktiven Asset Managers nutzen wir alle uns zur Verfügung stehenden Anlagestrategien, um unseren Einfluss auf eine klimafreundliche Entwicklung bei Unternehmen auszuüben. Dies betrifft den konkreten Einbezug klimabezogener Erkenntnisse in die Investmententscheidungen wie auch unser konkretes Engagement im Unternehmensdialog und der Stimmrechtsausübung. Divestment, also der bewusste Ausschluss von Emittenten aus dem Anlageuniversum, ist ein ultimatives Sanktionsmittel des Anlegers. Es ist jedoch unsere Überzeugung, dass eine aktive Einflussnahme nicht durch ein generelles Divestment ersetzt werden kann.

Ingo Speich. (foto: Union Investment)