Der Löwenanteil des weltweiten Grünstroms kommt derzeit noch aus Wasserkraftwerken. Doch einer neuen Studie zufolge ist dieser Strom häufig weniger grün als angenommen. Denn durch Staukraftwerke mit Dämmen gelange demnach 25 Prozent mehr Methan in die Atmosphäre als bisher geschätzt wurde: Etwa eine Billion Tonnen Klimagase seien es pro Jahr. Das wären 1,3 Prozent der gesamten jährlichen menschenverursachten Emissionen.

Der Grund für die überraschend bedeutende Klimaschädlichkeit der Wasserkraft sind verwesende Pflanzenreste, die vom Zufluss angespült werden. In den Staubecken und -Seen lagern sie sich ab und werden von Bakterien verdaut, die in dem sauerstoffarmen Wasser hervorragend gedeihen. Das wäre bei fließendem Wasser anders. 

Ein internationales Team von Klimaforschern hat die Studie unlängst im Wissenschaftsjournal Bioscience veröffentlicht. Über 250 Dämme wurden untersucht. Über einen Zeitraum von hundert Jahren produzieren diese demzufolge mehr Methan als Reisfelder oder Biomasse-Verbrennung zur Energiegewinnung.

 

Die Staumauer des Kölnbreinspeichers im österreichischen Maltatal. (Foto: Kwerdenker / Wikimedia / CC BY-SA 3.0)