Neue Mobilität
18.10.2018

Polen fährt auf Elektrobusse ab

Foto: Solaris
Der Solaris Urbino Electric fährt mit einem Batteriesysteme von Impact.

Das polnische Unternehmen Impact Clean Power Technologies stellt Batterien für Elektrobusse her. Der Technische Direktor Bartek Kras ist überzeugt, dass sich die Fahrzeuge schnell verbreiten werden. Polens Klimabilanz dürfte das nicht helfen.

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Polnische Unternehmen haben das Potential der Elektromobilität schon lange identifiziert. Die Unternehmen Solaris und Ursus stellen Elektro- und Trolleybusse her – Solaris ist einer der Hauptkunden von Impact. Außerdem baut der koreanische Batteriehersteller LG Chem eine Batterie-Fabrik in der Nähe von Breslau.

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Auch die polnische Regierung will die Elektromobilität fördern. Sie hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. In diesem Jahr wurde zu diesem Zweck ein Gesetz verabschiedet. Das „Gesetz über Elektromobilität und alternative Kraftstoffe“ sieht zum Beispiel die Installation von Ladesäulen vor, Steuervorteile, und die Erlaubnis für Elektroautofahrer, Busspuren zu benutzen.

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"Der Schlüssel ist die Speicherung"

„Die Bemühungen zahlen sich schon aus“, sagt Michał Kurtyka, Staatssekretär im polnischen Umweltministerium: „Wir haben in Polen 1077 Elektrobusse in 41 Städten.“ Warum sich Polen in diesem Bereich so bemüht, erklärt der Politiker so: „Der Schlüssel, um das Potential der Erneuerbaren Energien zu erschließen, ist die Speicherung.“ Daher setzt Polen unter anderem auf Elektroauto-Batterien. Ein weiterer Grund dürfte der Smog in polnischen Städten sein. Hauptursache ist zwar die Verfeuerung von Kohle zum Heizen in Privathaushalten, aber auch der Verkehr trägt seinen Teil bei.

Dass das neue Gesetz Chancen für polnische Unternehmen bietet, glaubt Marta Gajęcka. Sie ist Vizepräsidentin von PGE Renewable Energy, der Erneuerbaren-Tochter des größten polnischen Stromkonzerns PGE. „Durch das Gesetz wird ein komplett neues Ökosystem geschaffen“, sagte Gajęcka in einem Interview mit dem Onlinemagazin Euractiv. Das Gesetz sorge für wachsende Geschäfte für die gesamte Stromindustrie in Polen.

Kohle dominiert Strommix weiterhin

Für die Klimabilanz Polens dürfte die Elektromobilität allerdings nicht viel bewirken – ganz im Gegenteil. „Wegen des Strommixes wird die Zunahme der Elektromobilität  zu einem Anstieg der Emissionen führen“, so die Einschätzung von Andrzej Kassenberg, Umweltexperte und Mitgründer der polnischen Instituts für Nachhaltige Entwicklung. Polens Strommix ist immer noch stark von der Kohle dominiert. 80 Prozent der Stromerzeugung kommen aus Stein- und Braunkohle.

Und dass sich die Regierung für Elektromobilität einsetzt, heißt noch lange nicht, dass Polen auch bald aus der Kohle aussteigt. Jüngsten Äußerungen von Regierungsmitgliedern gegenüber der Agentur Reuters zufolge wird Polens Energie auch 2040 noch zur Hälfte durch Kohle erzeugt werden.

Lesen Sie auch: Elektrobusse sind auf lange Sicht günstiger

Friederike Meier
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Keywords:
Elektromobilität | Batteriespeicher
Ressorts:
Markets

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