Rund 24,3 Milliarden Euro zahlten deutsche Stromkunden im vergangenen Jahr für die EEG-Umlage. Damit finanzieren sie den Betreibern von Solaranlagen, Windrädern und Biogas-Kraftwerken die Differenz zwischen dem niedrigen Strompreis an der Börse und dem höheren Vergütungssatz nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Pro Kilowattstunde des erzeugten Ökostroms betrug der Zuschuss rund 15 Cent.

Bis 2030 wird dieser Betrag auf nur noch 2,5 bis 3,7 Cent zusammenschrumpfen, das hat EWI Energy Research & Scenarios (EWI ER&S) berechnet, die Tochtergesellschaft für anwendungsnahe Forschung des renommierten Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität Köln. Anlass für die Kalkulation war das Gutachten Black Swans in der Energiewende für das Bundeswirtschaftsministerium zu Risiken bei der Umstellung auf Erneuerbare. Das Kölner Forschungsinstitut hat die Berechnungen, die als Grundlage für das Gutachten dienten, auf Anfrage von bizz energy offengelegt.

Der errechnete Wert ist nicht hundertprozentig mit dem heutigen System der EEG-Umlage vergleichbar, weil in den derzeitigen Fördersätzen auch eine Rendite für Investoren und Betreiber einkalkuliert ist. Mit den Förderbeträgen, die EWI ER&S errechnet hat, werden dagegen lediglich die Kosten der Stromerzeugung gedeckt.

 

Entscheidend ist der CO2-Preis

Gleichwohl geben die Zahlen einen Einblick, wie drastisch die zusätzlichen Ausgaben für Erneuerbare in den nächsten Jahrzehnten sinken werden. Zusätzlich deshalb, weil es sich immer um den nötigen Aufschlag gegenüber dem Börsenpreis handelt. Bei niedrigen Strompreisen ist der Aufschlag höher, bei hohen Börsenpreisen fällt er niedriger aus.

Neben dem technologischen Fortschritt bei den Erneuerbaren und den Rohstoffpreisen für Kohle und Gas beeinflusst vor allem der Preis für CO2-Zertifikate die Entwicklung des Strompreises und damit die Förderkosten für Ökoenergie. Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Klimapolitik in der EU ambitionierter wird und deshalb der Preis für Verschmutzungsrechte stark anzieht – von aktuell nur 4 Euro pro Tonne Kohlendioxid auf 40 Euro im Jahr 2030 und 76 Euro bis 2050. In einigen Staaten ist dieses CO2-Preis-Niveau sogar schon heute üblich.

 

2050 kommen Erneuerbare ohne Förderung aus

Bei dieser ambitionierteren Klimapolitik rechnet EWI ER&S mit einem Ökostrom-Zuschuss von nur noch 0,5 bis 0,7 Cent im Jahr 2040. Zur Mitte des Jahrhunderts kämen Erneuerbare dann vor allem dank des hohen CO2-Preises komplett ohne weitere Förderung aus.

Dank der sinkenden Kosten pro Kilowattstunde würde sich der jährliche Förderbetrag schon in den 2030er-Jahren mehr als halbieren, obwohl die Ökostrom-Menge kräftig steigt. In den Jahren 2030 und 2035 könnten die Betreiber schon mit 7 bis 10,5 Milliarden Euro kostendeckend Grünstrom erzeugen. Die jährlich geförderte Strommenge würde von derzeit rund 160 Terrawattstunden auf 330 Terrawattstunden in 2035 zulegen.

Der Trend bei den Erzeugungskosten für erneuerbare Energien zeigt nach unten. (Foto: Pixabay)