Die Perspektive für die Brennstoffzelle sind besser als gedacht. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfer von KMPG mit dem Titel „Global Automotive Executive Survey 2017“. 78 Prozent der Befragten stimmen demnach der Aussage „Die Brennstoffzelle bringt für die E-Mobilität den Durchbruch“ voll oder zumindest teilweise zu.

Für die Studie befragte das Team um Studienleiter Moritz Pawelke weltweit mehr als 1.000 Top-Manager aus der Autobranche, darunter Hersteller, Zulieferer, Händler, Finanzdienstleister und IT-Konzerne. Auch 2.400 Endkunden nahmen teil.

Der Grund für das gute Abschneiden der Brennstoffzelle laut KMPG: Das Tanken geht bei wasserstoffbetriebenen Pkw wesentlich schneller als bei Stromern mit Batterie. Während letztere stundenlang an der Steckdose hängen müssen, brauchen Autos mit Brennstoffzelle nur wenige Minuten. Statt Benzin oder Diesel wird per Zapfsäule dabei Wasserstoff in den Tank gefüllt, der zusammen mit Sauerstoff in Strom für einen Elektromotor umgewandelt wird. Unterm Strich müssten Autofahrer dabei ihr Tankverhalten also kaum ändern.

 

Blick in die Glaskugel

Ein weiterer Vorteil von wasserstoffbetriebenen Autos ist die vergleichsweise hohe Reichweite. Mit einer Tankfüllung können sie bis zu 700 Kilometer zurücklegen.

Brennstoffzellenautos sind allerdings noch weit von einem Durchbruch entfernt. Bislang sind kaum Fahrzeuge auf dem Markt. Und die wenigen verfügbaren Modelle sind teuer. Der Hyundai Fuel Cell beispielsweise ist mit knapp 60.000 Euro gelistet. Außerdem bringe auch diese Technik neue Herausforderungen mit sich, heißt es in der KPMG-Studie, „wie die Wasserstoffkühlung und die Sicherheit bei der Speicherung im Tank.“

So gut die Perspektiven für die Brennstoffzelle sind, desto schlechter schätzen die Befragten die Zukunft der Batterie ein. 62 Prozent glauben demnach, dass der Batterieantrieb scheitern werde. Als Grund nennen sie laut KPMG die „Herausforderungen bei der Infrastruktur“.

Tatsächlich mangelt es hierzulande sowohl an einem flächendeckenden Netz von Ladesäulen als auch an Wasserstofftankstellen. Ladepunkte für E-Autos mit Batterie gibt es überwiegend in Ballungsräumen, bei Wasserstofftankstellen hat das Netz noch weitaus größere Lücken.

Weitere Ergebnisse der KPMG-Studie: Dem guten Abschneiden der Brennstoffzelle zum Trotz haben aktuell Batterie-Autos die Nase vorn. Mehr als die Hälfte der Befragten CEOs sehen darin das Top-Thema des Jahres 2017, gefolgt von der Digitalisierung und Vernetzung (49 Prozent). Die Brennstoffzelle rangiert mit 47 Prozent Zuspruch auf Platz drei.

 

Hyundai ix35 Fuel Cell, hier bei der IAA 2015 in Frankfurt. (Foto: Spielvogel CC BY-SA 4.0)