Der Kreml verabschiedete ein Gesetz, dass auch anderen Konzernen neben der staatlich kontrollierten Gazprom den Export von Flüssgas (LNG) ermöglicht, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Bis 2020 soll sich der Anteil russischen Flüssiggases auf dem Weltmarkt damit auf zehn Prozent verdoppeln, das entspricht bis zu 40 Millionen Tonnen jährlich. 

Gazprom hat bisher den Boom auf dem LNG-Markt regelrecht verschlafen. Nur ein Terminal auf der pazifischen Insel Sachalin für jährlich zehn Millionen Tonnen Flüssiggas hat die weltweite Nummer eins im Gasgeschäft bisher in Betrieb. Das entspricht einem Marktanteil von 4,5 Prozent. Bis 2017 sollen neue Anlagen dazukommen. Aber auch die heimische Konkurrenz treibt bereits ihre Pläne für den LNG-Export voran – der zweitgrößte russische Gaskonzern Novatek auf der sibirischen Halbinsel Jamal, der größte russische Ölkonzern Rosneft im fernen Osten des Landes.

Bei Novatek hält man sich mit Reaktionen zu der Entscheidung im Kreml auf Anfrage von BIZZ energy today vornehm zurück, schließlich möchte man den jahrzehntelangen Platzhalter nicht provozieren. Gazprom hält schließlich immer noch das Monopol auf das Gasnetz. Für den Export darüber müssen Unternehmen wie Novatek das Gas an Gazprom verkaufen, die es dann an die ausländischen Energieeunternehmen weitergeben, erklärt ein Novatek-Sprecher. Für den Liefervertrag mit der EnBW bezieht Novatek das Gas denn auch nicht aus eigenen Quellen, sondern agiert vielmehr als Zwischenhändler auf dem europäischen Spotmarkt. Mit dem eigenen LNG-Terminal werden sich die Optionen für das Unternehmen insofern deutlich erweitern. 

2016 will Novatek gemeinsam mit dem französischen Energieriesen Total und seit jüngstem mit dem chinesischen Konzern CNPC das Terminal mit einer Kapazität von 16,5 Millionen Tonnen LNG pro Jahr fertigstellen. Mindestens drei Millionen Tonnen davon haben sich die Chinesen in der vergangenen Woche vertraglich gesichert. Für den Rest sind über das Nordpolarmeer auch Routen Richtung Rotterdam denkbar. 

Aber auch Global zeichnet sich ein Wettrüsten ab, ausgerechnet zwischen Russland und den USA. Seit dem Schiefergasboom reifen in der westlichen Großmacht die Pläne eigener Flüssiggasexporte. Der größte LNG-Exporteur bisher ist das kleine Katar. 

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