In den ersten drei Monaten 2014 sank der operative Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, der nachhaltige Konzernüberschuss um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Eon machte neben den niedrigen Strom-Großhandelspreisen auch der milde Winter zu schaffen. Der Gasabsatz sank im vergangenen Quartal um rund ein Viertel unter den vergleichbaren Vorjahreswert.

Angesichts des Abwärtstrends forderte Vorstandschef Johannes Teyssen erneut eine angemessene Vergütung verlässlicher Kraftwerksleistung für seine Kohle- und Gaskraftwerke. „In Frankreich, Großbritannien und Italien gibt es dafür bereits einen breiten Konsens. Dort steht die Einführung von Kapazitätsmärkten unmittelbar bevor. In Russland, Spanien und den USA gibt es sie schon“, zählt der Konzernchef auf.

In der jetzigen Situation kann Eon jedoch nicht nur auf die Einführung eines Kapazitätsmarktes hoffen. Allerdings gingen die Investitionen im Vergleich zu Anfang 2013 deutlich um ein Viertel auf 693 Millionen Euro zurück. In Deutschland investierte der Konzern nur noch 83 Millionen statt wie zuvor 310 Millionen Euro. 

Wegen der schwierigen Lage in Deutschland und Europa setzt Eon derzeit mehr auf Wachstumsmärkte wie die Türkei, Russland und Brasilien – aber auch dort bleibt der Erfolg teilweise aus. In seine brasilianische Beteiligung muss der Konzern nun sogar weitere 200 Millionen Euro nachschießen. „Die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft ist unverändert angespannt“, so Teyssen zur brasilianischen Beteiligung. Für die Sanierung des Joint Ventures Eneva werde Eon in den nächsten Monaten „mit der größtmöglichen Sorgfalt“ weitere Mittel in das Unternehmen investieren.

Des Konzern will sich jedoch nicht nur regional neu ausrichten, sondern gerade auch in Deutschland stärker auf erneuerbare Energien setzen. Diese trugen im ersten Quartal fast 600 Millionen Euro zum Gesamt-EBITDA bei – 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Für das Gesamtjahr bestätigt der Eon-Vorstand seine bisherigen Erwartungen, mit einem EBITDA zwischen 8 und 8,6 Milliarden Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag dieser Wert noch bei 9,3 Milliarden Euro.

 

Eon Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen will für seine Kohle- und Gaskraftwerke einen Kapazitätsmarkt (Christian Schlüter/Eon)