Der Bund löste am Dienstag ein weitere Zusage in der Lausitzer Kohleregion ein: Nachdem dort bereits das Kompetenzzentrum für Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) sowie das für elektromagnetische Felder (KEMF) angesiedelt wurden, kommt nun ein drittes hinzu: das PTX Lab Lausitz.

Das neue Kompetenzzentrum soll internationaler Anlaufpunkt für grünen Wasserstoff und dessen Folgeprodukte werden, teilte das Bundesumweltministierum mit.  Bis 2024 stehen für das PtX Lab Lausitz sowie eine Demonstrationsanlage bis zu 180 Millionen Euro aus dem so genannten Strukturstärkungsgesetz zur Verfügung. Der genaue Standort der Anlage steht aber noch nicht fest.

PtX steht für Power-to-X, die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien, um synthetische Treib- und Kraftstoffe herzustellen. Dazu wird per Elektrolyse zunächst aus Wasser Wasserstoff gewonnen. Der Wasserstoff wird dann mit Kohlendioxid (CO2) zusammengeführt. In weiteren Schritten entstehen Kraftstoffe wie etwa Benzin oder Kerosin, aber auch Grundstoffe für die chemische Industrie.

"Wir wollen, dass die PtX-Technologie ihren Weg aus dem Labor in den Markt findet", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zum Start. "Für dieses große industriepolitische Vorhaben soll die Denkfabrik die allererste Anlaufstelle in Deutschland werden." Bis 2030 soll im Luftverkehr nach Aussage von Schulze mindestens zwei Prozent an klimafreundlichem Kerosin eingesetzt werden - so sieht es der Entwurf des Gesetzes zur Umsetzung der RED-II-Richtlinie auch vor.

Die Bundesregierung unterstütze mit dem PtX Lab die Lausitz als Denkfabrik, Dialogplattform und Startrampe für neue Projekte. Laut Medienberichten solle das Zentrum im kommenden Jahr mit 30 Mitarbeitern starten. Deren Zahl soll dann auf 60 und mehr steigen.

Nach Ansicht von Brandenburgs Energieminister Jörg Steinbach bieten die Power-to-X-Technologien "große industriepolitische Chancen für Brandenburg. "Als Energieland haben wir große Kompetenzen und gut ausgebaute Energie-Infrastrukturen", hob Steinbach hervor.

Als Energieland dachte Brandenburg bisher vor allem daran, Wasserstoff in Kraftwerken zu verstromen. Ende 2019 wurde dazu im Industriepark Schwarze Pumpe im Süden Brandenburgs der Grundstein für ein Referenzkraftwerk gelegt. Die Anlage soll aus erneuerbarem Strom Wasserstoff produzieren. Geplant sind laut Medienberichten ein Aufwand von rund 100 Millionen Euro. Verkündet wurde, 2025 mit einer Leistung von 10 Megawatt in der Elektrolyse sowie einer 7,9-Megawatt-Gasturbine zur Verstromung ans Netz zu gehen. Zu den Projektpartnern gehören der Stromkonzern Leag sowie der Windkraftbetreiber Enertrag. Dieser betreibt seit 2011 in einem Hybridkraftwerk in der Uckermark Wasserstoff aus 100 Prozent Windstrom.

jst/dpa

Mit der Hilfe von Wasserstoff hoffen viele Regionen wie die Lausitz im Zuge des Strukturwandels auf eine verbesserte wirtschaftliche Zukunft (Copyright: Istock)