Um die Jahreswende 2020 nahm die Lausitzer Leag den ersten eigenen großen Solarpark in Betrieb - "Welzow III" mit 10 Megawatt auf Leag-eigenen Flächen auf dem Ex-Flugplatz Welzow in Südbrandenburg. Die Betriebsführung hat die Juwi AG inne, den Strom verkauft die Leag selbst.

Der Solarpark sei ein erster Schritt, die Stromerzeugung breiter aufzustellen und um Erneuerbare zu erweitern, erklärte damals sagt Sebastian Lindner, Chef der Leag-Unternehmensentwicklung. Man zeige damit, dass sich das Unternehmen bereits auf den Weg in eine Zeit nach der Braunkohle befinde.

Gestern gab die Leag nunmehr den Kauf von bis zu 50 Windkraftanlagen bekannt. Der entsprechende Auftrag an die GE Renewable Energy sei Teil eines Gesamtpaketes von Kauf- und Vollwartungsverträgen, mit denen Windenergie-Projekte in der Lausitz und Ostdeutschland umgesetzt werden sollen. Das erste dieser Projekte ist den Angaben zufolge der Windpark Forst-Briesnig II mit 17 Windenergieanlagen von einer Höhe bis zu 250 Metern.

Forst-Briesnig ist laut Leag das erste Windparkprojekt. Dafür soll eine Rekultivierungsfläche des Tagebaus Jänschwalde von etwa 320 Hektar genutzt werden. Ein entsprechender Genehmigungsantrag mit Umweltverträglichkeitsuntersuchung solle beim Brandenburger Landesamt für Umwelt eingereicht werden. Die Inbetriebnahme des neuen Windparks ist für Ende 2023 oder Anfang 2024 geplant. Er soll etwa 270.000 Megawattstunden Strom im Jahr einspeisen. Zum Vergleich: 2020 erzeugten die vier großen Leag-Kohlekraftwerke etwas mehr als 40 Millionen Megawattstunden.

Anteil Erneuerbarer bei der Leag soll steigen

"Wir sind auf dem Weg vom Bergbau- und Kraftwerksbetreiber zu einem vielseitigen Energieunternehmen mit einem breiteren Mix aus Erzeugungsanlagen und einem deutlich wachsenden Anteil erneuerbarer Energien in unserem Portfolio", sagte Hubertus Altmann, Leag-Vorstand Kraftwerke.

Im November 2020 hatten Leag und der französische Umweltkonzern Veolia das Konzept zu einem weiteren Kraftwerksneubau in der Region unterbreitet - der "Energie- und Verwertungsanlage (EVA) Jänschwalde". Am Standort des Kohlekraftwerks soll ein spezielles Müllkraftwerk mit 200 Megawatt Leistung, davon 50 elektrisch, gebaut werden, das bis zu 480.000 Tonnen Abfall pro Jahr verbrennt.

Inzwischen wenden sich Umweltverbände und Bürgerinitiativen gegen den Bau der Anlage. So lägen der Brandenburger Landesregierung offenbar keine Belege dafür vor, dass die Stadt Cottbus Fernwärme aus der geplanten Müllverbrennungsanlage Jänschwalde benötigt: "Eine konkrete Bedarfsprognose der Kommune bis 2040 liegt der Landesregierung nicht vor", zitiert das Aktionsbündnis aus einer Antwort des Brandenburger Wirtschaftsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Bündnisgrünen.

Damit sieht sich das Aktionsbündnis darin bestätigt, dass der Verweis der Leag auf den Fernwärmebedarf von Cottbus nur vorgeschoben ist. Offensichtlich lägen keine belastbaren Zahlen vor, die die Errichtung der Müllanlage zur Fernwärmeerzeugung rechtfertigen würden. Das habe nun auch die Landesregierung bestätigt.

jst/dpa

Windkraftanlagen in der Abenddämmerung.
In zwei oder drei Jahren will auch die Lausitzer Leag mit Windstrom geschäftlich auf den Markt kommen. (Copyright: Pixabay)