Netzentwicklungsplan
10.07.2012

Lob, Kritik und Anregungen für den Stromnetzausbau

EnBW
Der EnBW Windpark Haupersweiler im Saarland.

Rund 750 Beiträge von Bürgern, Verbänden und Organisationen erreichten die Übertragungsnetzbetreiber in der ersten Konsultationsphase zum Netzausbau. Umweltschützer kritisieren die Tendenz, so viel Netz wie möglich zu planen.

Vergangene Nacht 23:59 Uhr endete die erste sechswöchige Konsultationsphase zum Netzentwicklungsplan. „In den letzten Stunden hat sich noch einiges getan, rund 50 weitere Beiträge konnten wir seit gestern dokumentieren“, sagt Amprionsprecher, Marian Rappl, gegenüber BIZZ energy today. Insgesamt seien damit rund 750 Beiträge bei den Netzbetreibern eingegangen, darunter 200 E-Mails, 70 Briefe und knapp 450 Einträge auf der Konsultationsplattform netzentwicklungsplan.de. Neben Kritik und Anregungen gab es gelegentlich auch lobende Worte.

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Am 30. Mai stellten die Geschäftsführer der vier Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW einen ersten Entwurf für den nationalen Netzausbau in Berlin vor. Bereits vier Minuten nach Freischaltung des Feedback-Portals gab es den ersten Beitrag eines Teilnehmers, wie Tennet-Chef Martin Fuchs verkündete. Der Entwurf der Netzbetreiber sieht vor, in den nächsten zehn Jahren insgesamt 3.800 Kilometer neue Stromtrassen zu bauen und weitere 4.400 Kilometer aufzurüsten. Der Ausbau des Übertragungsnetzes an Land soll demnach insgesamt 20 Milliarden Euro kosten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Tendenz zu Überkapazitäten nach der Maxime „so viel Netz wie möglich, statt so viel Netz wie nötig“. Als Beispiel nennt DUH-Experte für Erneuerbare Peter Ahmels die Wahl des windreichen Jahres 2007 als Basis für die Berechnungen. Es bliebe unberücksichtigt, dass nicht alle Erneuerbare-Energieanlagen gleichzeitig ins Netz einspeisen. Zudem gebe es keine Analysen über einen reduzierten Netzbedarf, falls auf einige Stromspitzen verzichtet würde, betont Ahmels: „So könnte der Netzausbaubedarf um rund zehn Prozent reduziert werden, wenn man auf zwei Prozent des Windstroms verzichtet.“

Mitte August soll der überarbeitete Netzentwicklungsplan an die Bundesnetzagentur übergeben werden. Im Herbst startet dann eine zweite achtwöchige Konsultationsphase.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Akzeptanz | Netzausbau | Stromnetz | Windenergie
Ressorts:
Governance

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