Flugverkehr
07.10.2016

Luftfahrtbehörde beschließt grünen Ausgleichshandel

Die Mitgliedsstaaten der ICAO haben einem Klimaschutz-Abkommen für den zivilen Luftverkehr zugestimmt. Ab 2020 soll die Branche CO2-neutral wachsen. Weitere Klimagifte bleiben unberücksichtigt, beklagen Kritiker.

Diesen Donnerstag ist auf der Vollversammlung der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO ein Klimaabkommen beschlossen worden. Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) spricht von einem Kompromiss. Dennoch sieht er es als wichtigen Erfolg und bedeutenden Schritt in Richtung einer grünen Zukunft des Fliegens. Per Emissionshandel soll fortan wachstumsbedingte Luftverschmutzung ausgeglichen werden.

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Kritiker wie die Umweltorganisation Germanwatch sind weniger glücklich. Sie stören sich vor allem daran, dass nur der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß bedacht werde. Der sei ihnen zufolge lediglich für ein Drittel des Klimaschadens durch Flugzeuge verantwortlich, andere Treibhausgase würden bisher ignoriert. Zudem reiche das Kompensieren des Treibhausgas-Anstiegs allein nicht aus, die Emissionen müssten demnach unverzüglich schrumpfen, um den internationalen Klimazielen gerecht zu werden.

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Zwei Lichtblicke sehen beide Organisationen, sowohl der BDL als auch Germanwatch: 65 Mitgliedsländer der ICAO, die zusammen für 80 Prozent des weltweiten Flugverkehrs aufkommen, nehmen direkt ab Beginn der Pilotphase teil, obwohl sie freiwillig ist. Außerdem beinhaltet das Abkommen die Möglichkeit alle drei Jahre die Klimaschutz-Instrumente nachzubessern.

Tim Lüdtke
Keywords:
ICAO | Emissionen | CO2 | Fliegen | Flugzeuge | Luftverschmutzung | Kompensationen | Offsetting
Ressorts:
Governance

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