Mobilität
16.12.2015

Luftiger Schwertransport

foto: Varialift Airships
Der Zepellin soll 2016 in Frankreich gebaut werden.

Mit fliegenden Lastschiffen will die britische Firma Varialift Airships den Luftfrachtverkehr revolutionieren – und den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen.

 

Anzeige

Für Anfang 2016 plant Ernesto Soria von der britischen Luftfahrtfirma Varialift Aircraft die Revolution der Luftfracht. Dann will er mit seinem Team nach zehn Jahren Forschung und sechs getesteten Prototypen den ersten von ihm entwickelten Zeppelin bauen. Die Behörden haben jetzt grünes Licht für das in China, Europa und den USA patentierte Luftschiff gegeben.

Das Lastenschiff der Lüfte soll rund 50 Tonnen und bis zu 500 Kubikmeter Fracht transportieren können. Rund 150 Meter misst der Koloss, der in eine Höhe von bis zu 10 Kilometern aufsteigen kann. „Dort oben ist der Luftwiderstand geringer“, erklärt Soria, selbst ausgebildeter Pilot.

Anzeige

Anders als Flugzeuge benötigt der mit Helium gefüllte Zeppelin keinen Treibstoff für den Aufstieg. Einmal in der Luft sorgen kraftstoffbetriebene Turbinen für das Vorwärtskommen. Doch das soll keine Dauerlösung sein: „Wir planen künftig ein mit Solarzellen betriebenes Schiff“, so Ernesto Soria. Das soll die CO2-Bilanz weiter verbessern.

 

Beschleuniger grüner Technologien

Insgesamt soll der Kraftstoffbedarf damit um bis zu 90 Prozent im Vergleich zu einem herkömmlichen Flugzeug sinken. Das spart Gewicht und lässt mehr Raum für die Container und Waren an Board.

„Die Schiffe allein werden nicht zu großen CO2-Einsparungen führen“, schränkt Soria ein. Dazu müssten erst große Flotten über den Wolken und Kontinenten verkehren. Er sieht das Potenzial an anderer Stelle. „Wir könnten den Ausbau der grünen Infrastruktur massiv beschleunigen“, sagt er. Denn das Luftschiff könnte beispielsweise Offshore-Windturbinen direkt von A nach B transportieren. Damit entfällt zeit- und kostenintensives Be- und Entladen der Schwertransporte von der Schiene auf die Straße und auf ein Schiff.

Eigentlich soll das Luftschiff in einer Fabrik in Frankreich in Serienproduktion gehen, sodass pro Monat zwölf 50-Tonnen-Last-Zeppeline vom Band laufen. Doch bisher fehlen Investoren. Manager Soria gibt sich zuversichtlich, dass sich das bald ändert. Sicherheitsbedenken wischt er weg. Das Helium im Varialift Airship sei nicht entflammbar. Ein Unglück wie der 1937 mit Wasserstoff gefüllte Zeppelin Hindenburg sei damit ausgeschlossen, sagt er.  

Redaktion
Keywords:
Luftfahrt | Zepellin | Varialift Airships | England | Frankreich | Helium | erneuerbare Energien | Emissonen
Ressorts:

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen