Offshore-Auktionen
09.01.2018

Martin Neubert steigt in Vorstand von Ørsted auf

Foto: Ørsted
Martin Neubert, Geschäftsführer von Orsted Deutschland, übernimmt im Konzernvorstand das Windgeschäft.

Kurz vor der neuen Auktion für Offshore-Windenergie in Deutschland rückt der Deutsche Martin Neubert in die Führung von Ørsted auf. Er wird das globale Windgeschäft des dänischen Energieversorgers leiten, der auch in Deutschland expandiert.

Nachdem der amtierende Wind-Chef Samuel Leupold seinen Rücktritt angekündigt hat, wird mit Neubert zum 1. Februar einer der beiden Deutschland-Geschäftsführer Mitglied des Konzernvorstands. Neubert hat nach Unternehmensangaben bereits in den vergangenen Jahren die strategische und internationale Entwicklung des Ørsted-Windgeschäfts angeführt.

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Bei der ersten deutschen Auktion für Offshore-Windparks im vergangenen Jahr bekam Ørsted – damals noch unter dem Namen Dong Energy – mit 590 Megawatt ein großes Stück vom Kuchen ab. Dafür musste das Unternehmen zusagen, Strom größtenteils subventionsfrei einzuspeisen.

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Leistungsstärkere Maschinen

 

Im Interview mit dem Magazin bizz energy begründete Neubert sein Versprechen mit der Erwartung steigender Strompreise und effizienterer Windkraftanlagen in den kommenden Jahren: „Das ist keine Wette darauf, dass die Strompreise durch die Decke gehen, sondern eine ordentliche betriebswirtschaftliche Kalkulation“, sagte Neubert im September.

 

Die Standorte in der Nordsee versprächen hohe Windausbeute, niedrige Wassertiefen und gute Bodenbeschaffenheit. „Wir bauen in den Jahren 2024 bis 2025. Das ermöglicht uns, Windkraftanlagen zu installieren, die dann fast doppelt so leistungsstark sein werden wie die, die wir heute installieren.“

 

Lego als Investor

 

In Deutschland ist Ørsted an den Nordsee-Windparks Borkum Riffgrund 1, Gode Wind 1 und 2 sowie Borkum Riffgrund 2 beteiligt. Zur Finanzierung wendet das mehrheitlich in Staatseigentum befindliche Unternehmen häufig ein Partnerschaftsmodell an. Investoren wie beispielsweise der Spielzeughersteller Lego, der Fonds Global Infrastructure Partner und auch deutsche Versicherungen investieren Eigenkapital in die Windparks. Lego bezieht den Strom aus einem deutschen Offshore-Windpark für seine Produktion.

 

Neubert sieht speziell auch in Rechenzentren eine neue Triebfeder für die Windenergiebranche: „Die Ansiedlung eines Datenzentrums kann den Bau eines neuen Offshore-Windparks auslösen und die Finanzierung sichern“, sagte er im September. In Dänemark lassen betreiben unter anderem Apple und Facebook große Rechenzentren mit Offshore-Windstrom.

 

Nächste Ausschreibung im April

 

Die nächste Ausschreibung von Lizenzen für neue Offshore-Windparks vor den deutschen Küsten hat die Bundesnetzagentur für den 1. April angesetzt. Ørsted, das an der Kopenhagener Börse notiert ist und mit 5.600 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 8,2 Milliarden Euro erwirtschaftet, will auch in diesem Jahr mitbieten.

 

Lesen Sie auch: Windstrom lockt Facebook, Apple & Co. nach Dänemark

Christian Schaudwet
Keywords:
Windenergie | Offshore | Auktion
Ressorts:
Markets

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