Energiewende
13.03.2019

Mecklenburg-Vorpommern macht Druck bei Sektorkopplung

Foto: Landesvertretung MV
Energieminister Christian Pegel möchte in Mecklenburg-Vorpommern die Sektorkopplung voranbringen.

Die Ökostrom-Branche steht bereit, um mehr grünen Strom bei Verkehr und Wärme einzusetzen. Die nötigen Energie-Reformen stecken aber fest. Mecklenburg-Vorpommern will nun mit einer „Sektorkopplung light“ vorangehen.

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Der Effekt: Bei den Stromlieferungen zwischen den einzelnen Teilen der Gesamtanlage können bisherige teure Nebenkosten wie die EEG-Umlage oder die Stromsteuer entfallen. Das würde die Endprodukte deutlich wettbewerbsfähiger machen. Es helfe nicht, wenn bei der Herstellung von grünem Wasserstoff oder von E-Fuels in jeder Handelsstufe Steuern aufgeschlagen würden, begründet Pegel das Konzept: „Da kann man am Ende nur ein unwirtschaftliches Produkt haben“.

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Mithilfe dieser „Sektorkopplung light“ sollen dann bundesweit etwa 100 Pilotprojekte auf den Weg gebracht werden – innovationsoffen und in allen möglichen Kombinationen von Ökostrom, Speichermedien sowie Anwendungen im Wärme- und Verkehrsbereich. „Solche Lösungen sind bisher nicht über den Labormaßstab hinausgekommen“, bedauert der Schweriner Energieminister.

Projekte über 20 Jahre

Die Projekte sollen für Investoren ausgeschrieben, von diesen umgesetzt und nach drei bis vier Jahren evaluiert werden. Zweck ist herauszufinden, was wirtschaftlich funktioniert und breit anwendbar ist. Weil die virtuell gekoppelten Anlagen ohne EEG-Förderung auskommen, fallen sie auch nicht unter das geltende Ausschreibungsregime für Wind, Solarstrom und Biomasse, müssen aber die üblichen Genehmigungsverfahren durchlaufen.

Ganz ohne Kosten kommt die öffentliche Hand bei der projektorientierten Klausel aber nicht davon. Damit sich das Investment lohnt, müsse der Betrieb der Projekte über 20 Jahre vertragliche zugesichert werden, räumt der Minister ein. Pegel will die Klausel nun beim nächsten Treffen der Energieminister von Bund und Ländern im Mai auf die Tagesordnung setzen.

Akzeptanz für Energiewende stärken

Für Arge-Sprecher Björn Spiegel ist die neue Art der Anlagenkopplung ein kluger Weg, um Power-to-X und erneuerbare Erzeugung als System zu denken, sagt er im Gespräch mit bizz energy. Das würde nicht nur dem Bund helfen, die eigenen politischen Ziele zu erreichen, sondern könne auch bei den Menschen vor Ort die Akzeptanz für die Energiewende weiter stärken.

Daher findet es Spiegel gut, dass Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern jetzt, „ordentlich Druck“ für die Sektorkopplung machen. Die vorgeschlagene Light-Variante genügt ihm jedoch nicht ganz – er fordert mehr als Experimentierklauseln: „Wir müssen bereits heute erneuerbaren Strom von innovationsfeindlichen Steuern, Abgaben und Umlagen befreien und zugleich den Ausstoß von CO2 in allen Sektoren wirksam bepreisen.“

Lesen Sie auch: Grüner Wasserstoff – einmal Gas und wieder zurück

Jörg Staude
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Keywords:
Sektorkopplung | Energiewende | Power-to-X
Ressorts:
Governance

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