Elektromobilität
28.11.2018

Mehr als eine Milliarde Dollar für Scooter-Start-ups

Foto: Flickr/Creative Commons/Elvert Barnes
Fahrerin eines E-Tretrollers von Bird in Washington. Das US-amerikanische Unternehmen hat die zweithöchste Finanzierung der Branche eingestrichen.

Finanzinvestoren setzen auf einen Durchbruch der elektrischen Tretroller in den Städten. Auch zwei deutsche Unternehmen profitieren vom internationalen Geldregen.

Es rollt etwas zu auf die Metropolen der Welt – auch auf deutsche Großstädte: Die internationalen Verleiher von Elektro-Tretrollern breiten sich mit ihren Flotten aus, und sie sind bestens kapitalisiert. Mindestens 1,17 Milliarden US-Dollar haben Finanzinvestoren seit Juni 2017 in Unternehmen wie Bird und Lime in den USA sowie Wind Mobility in Deutschland gesteckt. Das geht aus einer Statistik des US-amerikanischen Finanzinformationsdienstes Crunchbase hervor. Zum Vergleich: Die Summe entspricht annähernd dem Betrag, mit dem BMW sein Autowerk in Leipzig finanziert hat.

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Die Crunchbase-Übersicht listet zehn Scooter-Anbieter in den USA, Brasilien, Mexiko, Schweden, Deutschland und Singapur auf. Mit 467 Millionen Dollar erhielt das kalifornische Unternehmen Lime die üppigste Finanzierung – unter anderem von den Investoren Fidelity, Triton und Franklin Templeton. Den zweiten Platz belegt der ebenfalls in Kalifornien ansässige Anbieter Bird (415 Millionen Dollar), in den unter anderem Sequoia, Index Ventures und Valor Equity Partners investiert haben. Nummer drei ist Yellow in Sao Paulo (75,3 Millionen Dollar). Größter Finanzier bei dem brasilianischen Start-up ist GGV Capital aus dem Silicon Valley.

(Lesen Sie auch: Lime und Tier Mobility bereiten Start in Deutschland vor)

Chinesen investieren in deutsches Start-up

Die Gesamtsumme der Investments in die E-Scooter-Verleiher liegt noch über den von Crunchbase genannten 1,17 Milliarden Dollar. Es kommen nämlich vier weitere hinzu, die ihre Kapitalisierung nicht offenlegen: Scoot Networks (San Francisco), Marti (Istanbul), Koko Kicksharing (Madrid) und PopScoot (Singapur).

Bekannt ist hingegen, wieviel die beiden Berliner Tretroller-Start-ups eingesammelt haben: Tier Mobility erhielt 31 Millionen Dollar, unter anderem von den Wagniskapitalgebern Point Nine Capital aus Berlin und Northzone aus Stockholm. Wind Mobility ist mit 22 Millionen Dollar kapitalisiert. An dem Start-up hat sich im November HV Holtzbrinck Ventures aus München beteiligt. Ebenfalls bei Wind Mobility eingestiegen ist Source Code Capital aus Peking.

Fahrdienst Uber steigt ein

Zwar ist vielerorts noch gar nicht geregelt, wie die kleinen Zweiräder rechtlich zu kategorisieren sind, wo sie fahren und geparkt werden dürfen. In Deutschland sind sie noch gar nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Dennoch elektrisiert der sogenannte Letzte-Meile-Transport über kurze Distanzen in der Stadt nicht nur Finanzinvestoren. Der globale Fahrdienstanbieter Uber hat sich an Lime beteiligt. Uber-Chef Dara Khosrowshahi deutete im Sommer auf einer Konferenz in den USA an, dass das Unternehmen sich künftig stärker auf den Verkehr auf der letzten Meile konzentrieren werde. Dazu will Khosrowshahi den Leihrad-Anbieter Jump einsetzen, den Uber im April übernahm.

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Fotolizenz: CC BY-SA 2.0

 

Christian Schaudwet
Keywords:
Elektromobilität | E-Scooter | E-Tretroller
Ressorts:
Finance | Markets

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