Auf deutschen Straßen sind 495.000 Autos mit Flüssiggas (LPG) und weitere 95.000 Fahrzeuge mit Erdgasantrieb (CNG) unterwegs. Doch die Zulassungszahlen stagnieren seit Jahren. Bei den Flüssiggasantrieben gingen sie zuletzt um 56 Prozent zurück. Bei den reinen Erdgasfahrzeugen gab es zwar ein leichtes Zulassungsplus, im Vergleich mit den Jahren vor 2011 ergibt sich aber auch hier ein negativer Trend.

Grund für die Entwicklung ist neben dem begrenzten Angebot an Fahrzeugen und Tankstellen vor allem die Unsicherheit über den Fortbestand der Energiesteuerermäßigung für Erdgas und LPG. Die läuft im Jahr 2018 aus. Käufer halten sich zurück, auch weil sie nicht wissen, ob sie ein Erdgasfahrzeug nach 2018 noch verkaufen können. Die Steuererhöhung darf nicht kommen, sagt Ulrich Eichhorn vom Verband der Automobilindustrie. Kunden und Industrie bräuchten Planungssicherheit.

Die Bundesregierung zeigt sich prinzipiell aufgeschlossen. Ergdas und Biomethan werden zu Alternativen, sagt etwa Veit Steimle, Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium. Erdgas ist zudem fester Bestandteil der Kraftstoff- und Mobilitätsstrategie der Bundesregierung. Ein Beschluss über die Verlängerung der Energiesteuerermäßigung wird erst nach der Bundestagswahl fallen. In der neuen Kraftstoffstoffstrategie heißt es dazu, eine Fortführung der Privilegien für Gasautos sollte degressiv gestaltet werden und zwischen Erdgas und Flüssiggas unterscheiden. 

Im Vergleich zu Benzinautos stoßen Fahrzeuge mit CNG-Antrieb rund 15 Prozent weniger Kohlendioxid aus. Eine schlechtere Treibhausgasbilanz haben Flüssiggasautos. Weil der Treibstoff bisher vor allem als Reststoff in der Mineralölindustrie anfällt, ist die Klimabilanz nicht besser als bei Benzinautos.

 

 

(Foto: Volkswagen AG)