Erneuerbare Energien
06.08.2018

Rekord bei Lieferverträgen: Konzerne kaufen grünen Strom direkt

Foto: Facebook
Facebook ist einer der größten Käufer grünen Stroms mittels Power Purchase Agreement. Das Foto zeigt einen Server in einem Facebook-Datenzentrum.

Konzerne erwerben grünen Strom zunehmend en gros. Das Volumen der sogenannten Power Purchase Agreements stieg im ersten Halbjahr um 25 Prozent auf 7,2 Gigawatt.

Wenn Industrieunternehmen sich zum Ziel setzen, CO2-neutral zu produzieren, kaufen sie ihre Energie häufig direkt bei großen Ökostromproduzenten. Jüngstes Beispiel: Der Automobilkonzern Daimler wird den Strom für sein geplantes Motorenwerk im polnischen Jawor von dem Windenergie-Projektierer VSB beziehen. Ein nur zehn Kilometer entfernter Windpark soll den Strom produzieren.

Anzeige

Solche langfristigen Lieferverträge mit Ökostromproduzenten, auch Power Purchase Agreements (PPA) genannt, werden bei Großkonzernen immer beliebter. Nach einer Untersuchung des Finanzinformationsdienstes Bloomberg New Energy Finance (BNEF) ist das PPA-Kaufvolumen im ersten Halbjahr auf den Rekordwert von 7,2 Gigawatt gestiegen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 waren es noch 5,4 Gigawatt.

Anzeige

Serverfarmen und Aluminiumhütten

Der größte Teil der PPAs entfiel mit 4,2 Gigawatt auf die USA, 1,66 Gigawatt wurden in Europa verkauft. Der größte Kunde laut BNEF war Facebook mit rund 1,1 Gigawatt, gefolgt von dem Telekommunikationskonzern AT&T (820 Megawatt) und den Aluminiumherstellern Norsk Hydro (667 Megawatt) und Alcoa (524 Megawatt). Letztere erwarben einen großen Teil dieser Energie in Norwegen und Schweden. (Lesen Sie auch: Google, Telekom, AT&T – Konzerne investieren zunehmend in Ökostrom)

Die Bloomberg-Analysten erwarten eine weiterhin starke Zunahme des PPA-Geschäfts und  begründet das unter anderem mit den Zielen der Wirtschafts-Klimainitiative „RE 100“. Wollten die teilnehmenden Unternehmen ihre Klimaziele bis zum Jahr 2030 erreichen, müssten sie zu den bisher per PPA gekauften 184 Terawattstunden grünen Stroms weitere 197 Terawattstunden beziehen.

In der RE-100-Initiative haben sich 140 Unternehmen verpflichtet, ihre Stromversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Dazu zählen unter anderem Ikea, die Commerzbank, Nike, H&M, AB Inbev, BMW, General Motors, Ebay und Lego.

Lesen Sie auch: AB Inbev – Weltgrößter Brauereikonzern setzt auf grünen Strom

Christian Schaudwet
Keywords:
Power Purchase Agreement | Ökostrom | Stromhandel
Ressorts:
Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy – Herbst 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab dem 03.09.2018 bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen