Erneuerbare Energien
17.07.2019

Mehr Ökostrom-Kunden dank Greta?

Foto: CC
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg war bereits im März bei Protesten in Berlin.

Seit dem Hitzesommer 2018 und den Anti-Kohle-Protesten wechseln vermehrt Kunden zu grünen Stromtarifen. Manch einer spricht auch von einem „Greta-Effekt“.

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Diesen Freitag will die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wieder zu den Fridays-for-Future-Protesten nach Berlin kommen. Möglicherweise sorgt ihre Präsenz auch dafür, dass sich wechselwillige Stromkunden für einen Ökotarif entscheiden.

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Aber der Reihe nach: Das Vergleichsportal Verivox stellt seit Anfang 2019 eine Trendwende beim Interesse der Verbraucher für Ökostrom fest. Seit 2012 sei dieses kontinuierlich gesunken, konstatierte Verivox kürzlich. Entsprechend hätten sich im letzten Monat, im Juni 2018, nur noch ein Drittel (33 Prozent) der auf Verivox wechselnden Verbraucher für einen Ökostromtarif entschieden. Im Juni 2019 nun, also ein Jahr später, sei dieser Anteil auf bereits mehr als die Hälfte (58 Prozent) gestiegen.

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Verivox fragt in dem Zusammenhang, ob diese Trendwende an einem „Greta-Effekt“ liege. Schließlich sei der Klimawandel und seine Folgen dank Greta Thunberg gerade in aller Munde – und Ökostrom rücke verstärkt in den Fokus der Verbraucher.

Umfrage bestätigt wachsenden Kundenzuspruch

Wie groß die Zahl derjenigen ist, die in einen Ökotarif wechseln, ist aber nicht ganz klar. Nach vorliegenden Angaben wechseln jährlich etwas mehr als sechs Millionen Verbraucher ihren Stromanbieter. Fast zwei Drittel davon tun das über Vergleichsportale wie Verivox oder Check 24. Wie groß davon wiederum der Marktanteil von Verivox ist, dazu macht das Portal selbst keine Angaben. Was die Trendwende also wirklich in konkreten Kundenzahlen wert ist, bleibt fraglich.

Eine Umfrage unter den vier großen Ökostromanbietern EWS Schönau, Naturstrom, Greenpeace Energy und Lichtblick bestätigt zumindest den wachsenden Kundenzuspruch. Allerdings datieren diese den Beginn der Trendwende weit eher: auf dem Hitzesommer 2018.

Mehr Kunden bei EWS und Naturstrom

„Die Auseinandersetzungen um den Hambacher Forst, die wenig zufriedenstellende Arbeit der Kohlekommission und nicht zuletzt die verheerende Sommerdürre haben viele Menschen bewogen, zu einem ökologischen Stromanbieter zu wechseln“, fassten beispielsweise die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) kürzlich das Geschäftsjahr 2018 zusammen.

2017 und 2018 habe EWS jeweils knapp 11.000 Kunden gewinnen können, ergänzt Sprecherin Petra Völzing. Zum Jahreswechsel 2019 sei dann die 200.000er-Marke bei den Kunden überschritten worden.

Proteste im Hambacher Wald als Wechselgrund

Seit den Protesten im Hambacher Wald im letzten Herbst verzeichnet auch Naturstrom steigende Kundenzahlen. Dies zeige, dass sich in der Gesellschaft „etwas gedreht hat“, sagt Naturstrom-Vorstand Oliver Hummel. „Das Bewusstsein wächst, dass wir beim Klimaschutz langsam ernst machen müssen, bevor es zu spät ist.“

Konkret lagen bei Naturstrom im ersten Halbjahr 2019 die Vertragseingänge um ein Drittel über denen des Vorjahreszeitraums, teilt das Unternehmen mit. Jede Woche gebe es „Vertragseingänge im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich“.

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Keywords:
Ökostrom | Grünstrom
Ressorts:
Markets

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