Elektromobilität
22.01.2019

Mercedes-Benz plant Batteriefabrik im polnischen Jawor

Illustration: Daimler
In Jawor, Polen, entsteht ein Motorenwerk von Mercedes-Benz. Eine Batteriefabrik kommt hinzu.

Der Autobauer Daimler investiert in Polen. In Jawor, wo derzeit ein Motorenwerk entsteht, soll zusätzlich eine Batteriefertigung gebaut werden. Am Standort wird auch ein neues Stromvertriebsmodell genutzt.

Im Zuge der Elektrooffensive baut Mercedes-Benz Cars eine Batteriefabrik am polnischen Standort Jawor. Dort entsteht derzeit eine Motorenfabrik, in der Vierzylinder-Motoren für Hybridfahrzeuge und konventionell angetriebene Pkw hergestellt werden sollen. Die erste Produktionsstätte des Autokonzerns in Polen wird über 1.000 Mitarbeiter beschäftigen. Mit der Erweiterung um eine Batteriefabrik auf dem bestehenden Werksgelände sollen rund 300 Arbeitsplätze hinzukommen.

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„Wir werden bis 2022 das gesamte Portfolio elektrifizieren und unseren Kunden in jedem Segment verschiedene elektrifizierte Alternativen anbieten. Dazu gehören auch mehr als zehn reine Elektro-Pkw“, sagt Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars. „Die Batterien dafür produzieren wir selbst und sehen darin einen wichtigen Erfolgsfaktor im Zeitalter der Elektromobilität.“

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Mercedes ECQ kommt im Sommer

Die neue Motorenproduktion in Jawor soll im Jahr 2019 anlaufen. Daimler investiert zudem derzeit zehn Milliarden Euro in die Entwicklung und den Aufbau einer Elektro-Flotte: Im Juni will der Konzern mit der Auslieferung der ersten Fahrzeuge seiner neuen Elektromarke EQC in Deutschland beginnen – ab 2020 soll EQC dann Tesla in den USA angreifen. Bis 2022 wollen die Schwaben ihre gesamte Pkw-Flotte elektrifizieren.

Auch in einen globalen Batterie-Produktionsverbund investiert Daimler mehr als eine Milliarde Euro. Im sächsischen Kamenz, wo die Batterieproduktion bereits seit 2012 läuft, entsteht ein weiteres Werk. Neben der nun angekündigten Fabrik in Polen sollen noch weitere an den Standorten Untertürkheim, Sindelfingen, Peking (China), Tuscaloosa (USA) und Bangkok (Thailand) gebaut werden. Insgesamt wächst der Produktionsverbund damit auf neun Fabriken an sieben Standorten. Dort werden dann zwar die Batterien gefertigt, die wichtigen Zellen kommen jedoch von externen Lieferanten. Bis 2030 seien Aufträge für Zellen im Wert von mehr als 20 Milliarden Euro vergeben worden, teilte Daimler im Dezember mit.

PPA-Deal für Stromversorgung

Die Produktion in Polen möchte der Konzern möglichst mit grünem Strom fahren: Mercedes-Benz Cars hat dazu Verträge mit lokalen Ökostrom- und Wärmeversorgern abgeschlossen. Sowohl die Motorenfabrik als auch die Batteriefabrik in Jawor werden CO2-neutral mit Energie versorgt.

Sogenannte Power Purchase Agreements (PPA) ermöglichen langfristige und direkte Lieferbeziehungen zwischen Stromproduzenten und -abnehmern. Das neue Mercedes-Motorenwerk wird Strom vom Windpark Taczalin beziehen, der nur zehn Kilometer entfernt von Jawor liegt. Mit dem Betreiber, dem Projektentwickler VSB aus Dresden, wurde dazu ein solcher Stromliefervertrag zum Festpreis abgeschlossen. Der Deal ist das erste große PPA in der europäischen Autoindustrie.

Lesen Sie auch: PPA statt EEG –Windbranche übt für Zeit nach der Förderung

Carsten Kloth
Keywords:
Elektromobilität | Daimler | Batteriefabrik
Ressorts:
Markets

Kommentare

Lieber Herr Kloth,

der letzte Satz stimmt leider nicht. BMW hat mit dem PPA in leipzig wohl den ersten solchen Vertrag abgeschlossen:

https://de.wikipedia.org/wiki/BMW-Werk_Leipzig#Sonstiges

Besten Gruß,

Benjamin Graute

Lieber Herr Graute,
vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie haben Recht, wir haben die Formulierung entsprechend geändert.
Beste Grüße
Christian Schaudwet

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