Seit 2007 schnellt die Methankonzentration unerwartet steil nach oben. Vor allem in den Jahren 2014 und 2015 stieg der Ausstoß des klimaschädlichen Gases um mehr als 10 Teilchen pro Millionen Teilchen (part per million, ppm) jährlich. Das ist das Ergebnis einer am Montag in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlichten Studie. Zum Vergleich: Von 2000 bis 2006 war das Niveau noch nahezu konstant.

Zwar baut sich Methan schneller in der Atmosphäre ab als Kohlendioxid (CO2). Allerdings ist es mehr als 20 Mal so klimaschädlich wie CO2. Die Studienautoren drängen deshalb, dringend zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, um den weltweiten Methan-Ausstoß zu messen und zu reduzieren. Anders sei das in Paris vereinbarte Klimaziel, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu senken, nicht zu erreichen. 
Robert Jackson, einer der Studienautoren und Professor für Erdwissenschaften an der kalifornischen Universität Stanford, kommentiert: „Der Abwärtstrend, den wir in den vergangenen drei Jahren für Kohlendioxid beobachten konnten, steht im krassen Widerspruch zu der schnell steigenden Konzentration von Methan.“

 

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen für den unerwarteten Anstieg sind allerdings noch unklar. Laut Jackson ist der Methananteil in der Atmosphäre schwer messbar. Teilweise liege das an den vielen unterschiedlichen Quellen, aus denen das Gas entweiche. Bis zu 60 Prozent des Methanausstoßes sei menschengemacht, schätzen die Forscher. Sie sehen die Hauptursache in der steigenden Reisproduktion und in der Viehzucht. Nach Angaben der UN-Landwirtschaftsorganisation ist die Anzahl der Nutztiere von 1,3 Milliarden in 1994 auf fast 1,5 Milliarden in 2014 gestiegen, bei der Reisproduktion sei ein ähnlicher Zuwachs zu beobachten. Auch Lecks bei der Förderung von Fracking-Öl und Gas in den USA könnten eine Rolle spielen.

Eine weitere Quelle für Methan sind außerdem Wasserkraftwerke, wie eine im November veröffentlichte Studie zeigte. Demnach entwichen durch die Staudämme jedes Jahr etwa eine Billionen Tonnen Klimagase.

Um ein genaueres Bild über Anteil und Ursachen der Klimagase Methan und CO2 zu erhalten, will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein neues Forschungsflugzeug in die Luft schicken. Im kommenden Frühjahr soll es erstmals starten und „neue Daten von Europa bis Nordafrika liefern“, kündigte das DLR kürzlich an.

Kühe produzieren viel Methan. (Foto: istockphotos.com/Urheberrecht:Lynn_Bystro)