Klimakosten
16.08.2016

Mexiko testet Emissionshandel

Foto: Wiikipedia/christian von wissel
Mit einem Emissionshandelssystem will Mexiko Klimafolgen wie Smog eindämmen.

Um die globale Erderwärmung zu bremsen, setzten immer mehr Staaten auf einen Handel mit Verschmutzungsrechten. Auch Mexiko will im Herbst eine Pilotphase starten. Bei der Entwicklung des Systems hat Deutschland das Land beraten.

 

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Im November soll in Mexiko eine einjährige Testphase für den Handel mit klimaschädlichen CO2-Zertifikaten anlaufen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Wie Mexikos Umweltstaatssekretär Rodolfo Lacy bereits vor einigen Wochen im Interview mit bizz energy ankündigte, ist die landesweite Einführung eines Emissionshandels für 2018 geplant.

An der einjährigen Testphase nehmen laut Ankündigung bis zu 60 Unternehmen teil. Sie bekommen damit die Gelegenheit, sich auf das neue System einzustellen. Im Rahmen des Emissionshandels müssen Unternehmen für jede Tonne klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), die sie in die Luft pusten, ein Zertifikat erwerben. Überschreiten sie das ihnen zugeteilte Kontingent von Verschmutzungsrechten, müssen sie an der Börse Verschmutzungsrechte hinzukaufen, überschüssige Zertifikate können sie wiederum verkaufen.

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Beratung durch Deutschland

Vor der landesweiten Einführung müssten noch die von den Firmen beim nationalen Emissionsregister angezeigten Mengen an Klimagasen überprüft werden, sagt Andres Prieto. Er arbeitet als Wissenschaftler bei der Plattform Mexico2, die den Handel überwachen wird.

Deutschland stand dem nordamerikanischen Land bei der Entwicklung des Handels mit Klimazertifikaten beratend zu Seite. Hierzulande hat man im Rahmen des europäischen Emissionshandels umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Auch berät ein vom Bundesumweltministerium finanziertes Team der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die chinesische Regierung.

Nach dem Willen von Staatspräsident Xi Jinping soll der Startschuss für den landesweiten Handel mit CO2-Zertfikaten schon im nächsten Jahr fallen. Wie gestern bekannt wurde, könnte auch die Autoindustrie einbezogen werden. Damit will die Zentralregierung die Entwicklung und den Verkauf von Elektrofahrzeugen weiter forcieren. Autobauer mit einem breiten Angebot an elektrischen Modellen sollen davon profitieren, dass ihre Fahrzeuge weniger Emissionen ausstoßen als Benziner oder Diesel.

 

Jana Kugoth
Keywords:
Emissionshandel | Mexiko | Rodolfo Lacy | China | Deutschland
Ressorts:
Finance | Governance

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