Finanzen
12.06.2018

Milliardärs-Club investiert in Energiespeicher

Foto: Mueller/CC
Bill Gates während der Münchner Sicherheitskonferenz 2017.

Rund eine Milliarde Dollar will die von Bill Gates gegründete Beteiligungsgesellschaft Breakthrough Energy Ventures in grüne Energietechnologien investieren. Zwei erste Start-ups sollen nun profitieren.

Im Jahr 2016 gründete eine Gruppe von Millionären und Milliardären rund um Microsoft-Gründer Bill Gates einen Fonds, der im großen Stil in erneuerbare Energien investieren will. „Breakthrough Energy Ventures“ (BEV) wurde mit einer Milliarde Dollar Startkapital ausgestattet und soll langfristig arbeiten, um neuen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen. Nun stehen offenbar die ersten Investitionen des Fonds fest: Einem Medienbericht zufolge sind es die Start-ups „Form Energy“ und „Quidnet Energy“. Beide Unternehmen entwickeln Speichertechnologien.

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Wie die US-Nachrichtenseite Quartz berichtet, investiert BEV zusammen mit dem kanadischen Venture-Capital-Unternehmen Evok Innovations rund 6,4 Millionen Dollar in Quidnet. Es geht um Feldversuche im Bereich der Hydropumpen-Technologie. Quidnet nutzt Wasser, um Energie zu speichern, indem es das Wasser mit Hilfe überschüssige Elektrizität in Bohrlöcher pumpt. Das Wasser füllt winzige Risse im Gestein und erzeugt Druck auf den Felskörper. Durch diese Kompression wird Energie gespeichert. Wenn die Energie benötigt wird, kann der Druck abgelassen werden. Das ausströmende Wasser treibt an, die Strom erzeugen.

Neue Batterien ohne Lithium

Das Startup Form Energy entwickelt neue Batterien, die anstelle von Lithium Chemikalien wie Schwefel verwenden. Energie soll so langfristig und zu einem Bruchteil der Kosten der Lithium-Ionen-Technologie gespeichert werden können. Bislang hat Form Energy 11 Millionen US-Dollar für Investitionen eingesammelt: 2 Millionen US-Dollar vom MIT-Triebwerksfonds und 9 Millionen US-Dollar von BEV, Prelude Ventures und Kleininvestoren.

Bereits im Dezember 2017 hatte BEV bekannt gegeben, dass Energiespeicher einer der fünf Bereiche sein werden, in denen der Fonds investieren will. Energiespeicher gelten als entscheidend für die Entwicklung der Erneuerbaren Energien. Sonnenkollektoren und Windturbinen können nur dann Energie erzeugen, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Weiterentwickelte Speichertechnologien könnten diese CO2-freie Energie für bewölkte oder windstille Tage speichern. Der Fonds will außerdem in Biokraftstoffe, in den Bau von Microgrids, in kohlenstofffreie Baustoffe und Geothermie investieren.

Langfristige Ausrichtung

Die Investitionen sind auf 20 Jahre und damit langfristig angelegt. Dies ist ein Unterschied zu den meist eher kurzfristigen Venture-Capital-Investitionen. Schneller Profit ist jedoch bei der Entwicklung grüner Technologien kaum möglich – die Branche brauche viel Kapital und Zeit. Start-ups sind auf den etablierten Märkten in der Regel erst einmal nicht wettbewerbsfähig.

Hier will der BEV helfen. Der Fonds wurde aus der im Dezember 2015 entstandenen Breakthrough Energy Coalition (BEC) gegründet. Die Initiative umfasst ein Netzwerk aus 22 Ländern, der Europäischen Union, Forschungseinrichtungen und privaten Investoren. Neben dem Initiator und Vorsitzenden Bill Gates sind beispielsweise auch Virgin-Gründer Richard Branson, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sowie der SAP-Gründer Hasso Plattner beteiligt. Das Ziel des Milliardärs-Clubs ist nicht nur die Förderung sauberer Energien. Letztlich soll allen Menschen der Zugang zu Strom, gesundem Essen, Unterkunft und Transport gewährt werden, ohne dass dies zum Klimawandel beiträgt.

Lesen Sie auch: Netzengpässe - Speicherbranche will helfen

Carsten Kloth
Keywords:
Speicher | Finanzen
Ressorts:
Finance

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