Stadtwerke
04.07.2012

Milliarden-Investitionen in neue Kraftwerke

Trianel
Damit es künftig nicht dunkel wird in Deutschland: GUD-Kraftwerk Hamm-Uentrop läuft bereits.

Stadtwerkeverbund Trianel will drei Milliarden Euro in die Hand nehmen, um dringend benötigte flexible Kraftwerke zu bauen. Die Umsetzung erfolgt jedoch erst, wenn die Bundesregierung Investitionsrisiken verringert.

Trianel, ein Zusammenschluss aus 60 regionalen Versorgern und Stadtwerken, plant in den kommemden fünf Jahren insgesamt drei Milliarden Euro in neue Kraftwerksprojekte zu investieren. Das Geld soll sowohl in konventionelle als auch in erneuerbare Anlagen fließen: Darunter drei Wasserspeicherkraftwerke, ein Windpark in Eisleben (Sachsen-Anhalt), der Offshore-Windpark Borkum sowie ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GUD) in Krefeld-Ürdingen.

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„Einen Schwerpunkt der Projektentwicklung sehen wir in der weiteren Entwicklung regenerativer Erzeugungsprojekte“, betont Trianel-Chef Sven Becker. Jedoch würden die Baubeschlüsse erst gefällt, wenn die Rahmenbedingungen stimmten. Solle die von der Bundesregierung geplante Energiewende gelingen, müssten die Investitionsrisiken minimiert werden. „Zentral ist hier die Etablierung eines Marktmodells mit Anreizen zur Investition in moderne hocheffiziente und flexible fossile Kraftwerke“, erklärt Becker. Derzeit gebe es im Stromhandel wenig Anreize für den Neubau eines Kraftwerks.

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Der eingespeiste Solarstrom ändert die Reihenfolge der eingesetzten Kraftwerke, die sogenannte Merit Order. Denn für Ökostrom besteht ein gesetzlicher Einspeisevorrang. Relativ teure Gaskraftwerke bekommen dadurch immer weniger Laufzeiten – wodurch sich neue Gaskraftwerke nicht rentieren. „Das ist natürlich problematisch, denn alle Experten sind sich einig: Nach 2020 werden wir Gaskraftwerke als Reservekapazitäten für die fluktuierende Wind- und Solarenergie benötigen“, sagt Ewald Woste, frisch gewählter BDEW-Präsident und Thüga-Chef.

Die drei geplanten Wasserkraftwerke haben laut Trianel eine installierte Kapazität von rund zwei Gigawatt, das entspricht der Leistung von zwei Atomkraftwerken. Die Projekte sollen bis 2013 abgeschlossen seien.

Beim Bau des Offshore-Windparks Borkum von Trianel gab es erst vergangene Woche eine Hiobsbotschaft. Netzbetreiber Tennet wird die 40 Windenergieanlagen in der Nordsee voraussichtlich mit einer Verspätung von fünf Monaten ans Stromnetz anschliessen. Eine Nachfinanzierung in Millionenhöhe werde dadurch fällig, wie der Windparkbetreiber verkündete.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Erdgas | Stadtwerke | Offshore Wind
Ressorts:
Finance | Markets

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