Klimaschutz
11.05.2016

Milliardenkosten für Klimaschutz im Anflug

Foto: Pixabay

Kompensationsleistungen für einen klimaneutralen Luftverkehr würden die Branche nach Angaben des internationalen Dachverbands für Fluggesellschaften IATA bis 2025 rund 6,2 Milliarden US-Dollar kosten.

 

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Dennoch drängen die Airlines auf die Verabschiedung eines Abkommens zur Emissionsminderung im Luftverkehr. Am heutigen Mittwoch beraten Regierungsvertreter bei der ICAO, einer Sonderorganisation der UN, über einen entsprechenden Entwurf. Im Herbst will die ICAO das Papier mit allen 191 Mitgliedsstaaten abstimmen.

„Das ist mit Sicherheit das Ergebnis, auf das die Industrie hofft“, sagte Tony Tyler, Chef der IATA im Vorfeld des Treffens am Dienstagabend in Montreal. „Marktbasierte Kosten sind wesentlich effizienter und fairer als die Alternative eines Flickenteppichs von ineffektiven und ineffizienten Steuern und Gebühren“, ergänzt er. „Wir erwarten, dass die Kosten nicht unerheblich sind, aber handhabbar.“

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Die geplante ICAO-Richtlinie sieht einerseits Kompensationsleistungen zur Reduzierung der Emissionen im Luftverkehr vor. Damit sollen pro ausgestoßene Tonne CO2 beispielsweise Aufforstungsprojekte in Schwellenländern finanziert werden. Außerdem sollen ab 2020 für alle neu zertifizierten Flugzeuge strikte Emissionsgrenzen gelten.

 

Widerstand aus China

Derzeit streiten Schwellenländer und Industriestaaten jedoch noch darüber, welche Anteile sie jeweils zu leisten haben. Der ICAO-Vorschlag sieht vor, das Kompensationsschema in zwei Stufen einzuführen, um die Belastung insbesondere für Schwellenländer gering zu halten. China äußerte allerdings in einem kürzlich veröffentlichten Stellungnahme Bedenken, dass das Abkommen „unverhältnismäßig hohe Belastungen“ für Schwellen- und Entwicklungsländer darstellen würde.

Die deutsche Luftfahrtbranche gibt sich deshalb mit Blick auf die Verhandlungen im Herbst zurückhaltend. Zwar seien „die Chancen deutlich besser als noch vor drei Jahren“, sagte BDL-Chef Klaus-Dieter Siegloch im April bei einem Branchentreffen zum Klimaschutz in Berlin. „Aber eine Lösung ist erst da, wenn wirklich alle zugestimmt haben.“

Europa war vor drei Jahren mit der Einführung eines internationalen Emissionshandels am Widerstand Chinas und den USA gescheitert. Seitdem gilt die Maßnahme, die Mehrverbräuche über einen Zertifikathandel verteuern und Einsparungen anregen soll, nur für innereuropäische Flüge.

Jana Kugoth
Keywords:
Klimaschutz | Luftverkehr | ICAO | IATA | Kompensationszahlungen | CO2-Emissionen | Carbon-Offset | Schwellenländer | Industrienationen | Montreal
Ressorts:
Governance | Markets

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