Start-ups
30.03.2016

Millionenhilfen für europäische Energie Start-ups

foto: KIC InnoEnergy
Eine Anlage von DeBugger in Schweden.

Auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen vergibt das europäische Start-up Netzwerk KIC InnoEnergy Fördergelder in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro. Noch bis zum 4. April können Konsortien ihre Ideen einreichen.

 

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Mit länderübergreifenden Projekten will das europäische Start-up Netzwerk KIC InnoEnergy den Energie-Markt aufmischen. Dafür vergibt KIC InnoEnergy zwei Mal pro Jahr Fördergelder in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro an neue Projekte. Noch bis zum 4. April können sich Konsortien für das neue Investitionsprogramm mit einer Laufzeit von drei Jahren bewerben. Dabei müssen die Projektpartner aus mindestens zwei verschiedenen europäischen Ländern stammen“, sagt Roland Doll im Gespräch mit bizz energy. Doll koordiniert seit Beginn des Jahres bei KIC InnoEnergy die Projekte im deutschsprachigen Raum. „Bis zum Sommer beraten wir darüber, wer den Zuschlag erhält.“ Doll und seine Kollegen entscheiden so jährlich in zwei Runden über die Verteilung von rund 40 Millionen Euro.

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Einen Teil davon hat beispielsweise das spanische Unternehmen Enerlin eingesammelt. Mit der Software können Energieversorger damit den Energieverbrauch ihrer Kunden in Echtzeit messen, und per Online-Tool analysieren. Dazu wird ein Ablesegerät vor dem herkömmlichen Stromzähler installiert. Anhand der Daten sollen Versorger die „richtige Strommenge“ pro Tag prognostizieren und bereitstellen und damit unterm Strich Energie sparen.

 

Schwerpunkt liegt auf komplexeren Produkten

Da kostengünstigere Softwarelösungen oft auch klassische Venture Capital-Geber finden, „liegt unser Schwerpunkt auf der Entwicklung von komplexeren Produkten, der Markteinführung und dem Marketing neuer Produkte“, erklärt Koordinator Doll. Denn „die rein technologischen Hürden sind in der Regel die kleineren“, ergänzt er. Entscheidend sei, das Produkt am Markt zu platzieren. Neben der Förderung von Softwarelösungen setzt KIC InnoEnergy deshalb auf die Entwicklung großer Industrie-Anlagen.

Dazu zählt DeBugger. KIC InnoEnergy hat das Projekt der Universität Stuttgart und dem deutschen und schwedischen Ableger von Outotec, eine auf Metall- und Mineralverarbeitung spezialisierte finnische Firma, über mehrere Jahre untertsützt. Nach dem Motto „entscheidend ist, was hinten rauskommt“, hat DeBugger einen Riesentrockner zur Verwertung von Abfall und Biomasse gebaut. Der entzieht flüssiger Gülle und Klärschlamm ein Großteil des Wassers. In einem zweiten Schritt wird die getrocknete Biomasse in einen Kraftstoff umgewandelt, aus dem Strom oder Biobenzin hergestellt werden. Ende vergangenen Jahres hat DeBugger das Verfahren erfolgreich in Schweden getestet, jetzt soll der industrielle Verkauf starten.

Insgesamt sind mehr als zehn Projekte in einem ähnlichen Status wie DeBugger und Enelin, 24 weitere haben sich seit dem Start von KIC InnoEnergy vor fünf Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Die Liste der laufenden Projekte ist online einsehbar. 

 

Schon 120 Millionen Euro sind in Innovationsprojekte geflossen

Rund 120 Millionen Euro hat das Netzwerk mit seinen mehr als 160 Partnern und 27 Shareholdern, darunter ABB, Schneider Electric, EnBW und Vattenfall, seitdem in Innovationsprojekte investiert und strebt damit einen Umsatz von drei Milliarden Euro über die kommenden sieben Jahre an. Allerdings führt nicht jedes Projekt zum Erfolg. „Sollte sich abzeichnen, dass eine Finanzierung ins Leere läuft, sprechen wir frühzeitig mit den Projektverantwortlichen über eine Überarbeitung oder die Beendigung des Projektes“, sagt Doll.

Mit Blick auf die im April startende Finanzierungsrunde rechnet Doll vor allem mit neuen Ideen aus dem Smart Home-Sektor, „weil diese Produkte relativ unabhängig von rechtlichen Rahmenbedingungen sind.“ Ein anderer Fokus liege auf sektorübergreifenden Lösungen. „Das Start-up-Netzwerk setzt deshalb in dieser Phase vor allem auf den Wärme- und Verkehrsbereich.

 

Jana Kugoth
Keywords:
KIC InnoEnergy | Europa | Start-ups | Finanzierung | Fördergelder | DeBugger | Ronald Doll | Universität Stuttgart
Ressorts:
Finance | Markets

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