Windkraftanlagen
27.09.2018

Mingyang Wind Power aus China: „Habt keine Angst vor uns“

Foto: Christian Schaudwet, Foto Startseite: iStock
Mingyang-Pavillon auf der Wind Energy Hamburg. Rund ein Dutzend chinesische Unternehmen sind auf der Messe vertreten.

Nach Goldwind und Envision strebt mit Mingyang der drittgrößte chinesische Windkraftanlagenhersteller nach Europa – auf den deutschen Markt allerdings wagt er sich nicht.

Der stattliche Pavillon auf der Wind Energy Hamburg lässt keinen Zweifel zu: Mingyang Wind Power sucht das Rampenlicht. Das chinesische Unternehmen streckt auf der Messe seine Fühler in die internationale Windenergiebranche aus: „Wir zeigen unsere Ambitionen auf dem Weltmarkt“, sagt Larry Wang, der Geschäftsführer von Mingyang Wind Power International im Gespräch mit bizz energy. „Und wir nutzen diese Messe, um Beziehungen zu führenden Technologielieferanten aufzubauen.“

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Beim Vertrieb zielt das Unternehmen aus dem südchinesischen Zhongshan aber nicht auf Deutschland, sondern auf weniger entwickelte Märkte wie die Ukraine, Bulgarien und die Türkei. Dort beliefert es bereits Kunden und will weiterwachsen. Dabei tritt Mingyang in Konkurrenz zu europäischen Anbietern: 2017 war Mingyang einer der schärfsten Wettbewerber von Siemens Gamesa in der größten türkischen Windpark-Ausschreibung. Deutsche und Spanier erhielten den Zuschlag, aber die Chinesen boten ehrgeizig mit bis zuletzt.

„Ein sehr voller Markt“

Mingyang ist das dritte Unternehmen aus dem Führungstrio Chinas, das auf den europäischen Markt drängt. Goldwind aus Peking, die Nummer eins, hat sich mit seiner saarländischen Tochter Vensys bereits fest etabliert und große Onshore-Windparks beispielsweise in Frankreich und Rumänien ausgerüstet. Envision Energy aus Shanghai übernahm den französischen Projektierer Velocita Energies und damit eine Erzeugungskapazität von 450 Megawatt in dessen Heimat. Derzeit baut Envision dort einen neuen Windpark mit eigenen Anlagen.

Mingyang will in den europäischen Kernmärkten weniger forsch auftreten als die beiden Konkurrenten: „Habt keine Angst vor uns“, sagt Wang und meint damit die deutschen Hersteller und Zulieferer. „Wir fokussieren uns nicht auf West- und Zentraleuropa. Das ist ein sehr voller Markt – hier als Neuling hineinzukommen, ist schwierig.“ Wang sieht sich in anderen Teilen der Welt im Vorteil, in Pakistan, Thailand, Vietnam, Indien, Tunesien und Marokko.

Ausschau halten nach Partnern

In den traditionellen Windstromländern Europas interessiert sich Mingyang vor allem für deren Know-how. Wie Envision unterhält das Unternehmen ein Forschungs- und Entwicklungslabor in Dänemark. Im Heimatmarkt der Wind Energy Hamburg gilt Wangs Aufmerksamkeit Zulieferern wie Aerodyn. Das Ingenieurbüro aus Rendsburg entwirft für seinen chinesischen Kunden Anlagen-Gesamtkonzepte. „Auf dieser Basis entwickeln und testen wir den Prototypen“, so Wang. Auf der Messe gehe es darum, den Kreis solcher Zulieferer zu vergrößern.

Klar ist für Wang: Mingyangs Auslandsgeschäft soll mit der Hilfe neuer europäischen Partner wachsen. 19 Gigawatt Leistung habe man bisher installiert, davon aber erst 100 Megawatt außerhalb Chinas. „Wir haben gute Maschinen und eine steile Lernkurve. Wir können und wollen damit mehr zum globalen Markt beitragen“, sagt der Manager.

Goldwind deutlich vorn

Mingyangs Maßstab ist auf lange Sicht der chinesische Marktführer Goldwind. Dieser kann derzeit eine installierte Leistung von 44 Gigawatt vorweisen und schließt beim jährlichen Zubau allmählich zu Branchengrößen wie Vestas und Siemens Gamesa auf.

 

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Christian Schaudwet
Keywords:
Windkraft
Ressorts:
Markets

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