Im Juni hatte der Druck der Bundesregierung dafür gesorgt, dass eine Entscheidung zu den Emissionsvorgaben für Neuwagen in der EU verschoben wurde. Im Kern geht es dabei um das Ziel, dass Neuwagen in der EU ab dem Jahr 2020 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxiod pro Kilometer ausstoßen dürfen.

Vor allem deutsche Hersteller, die viele große und schwere Modelle im Programm haben, halten die Vorgabe für zu ambitioniert. Die Branche hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel mehrfach aufgefordert, in Brüssel zu intervenieren. Offenbar mit Erfolg: Bundesumweltminister Peter Altmaier reiste am Montag zu dem Treffen in Luxemburg und kündigte Korrekturbedarf an.

Deutschland will erreichen, dass das 95-Gramm Ziel zunächst nur für 80 Prozent der Fahrzeugflotten gilt. Erst ab 2024 sollen alle Neuwagen eines Herstellers betroffen sein. Zudem will die Bundesregierung erreichen, dass Hersteller Elektroautos mehrfach auf ihre Flottenemission anrechen dürfen. Im Klartext bedeutet dies, pro verkauften E-Autos könnten die Autobauer mehrere Fahrzeuge mit höheren Emissionen verkaufen.

An der Strategie gab es immer wieder Kritik. Automobilexüperte Ferdinand Dudenhöffer warf den Herstellern wiederholt vor, sie blockierten damit Innovationen und schadeten sich langfristig selbst.

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