Elektromobilität
12.10.2015

Mit Power ins Büro

foto: BMW, emicro

Comeback des Trendsportgeräts: Tretroller mit Elektromotoren ebnen Wege durch die Großstadt.

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Innenstädte sind für Autofahrer oft vor allem eins: verstopft. Berufspendler wissen ein Lied davon zu singen. Wer nur mal eben rasch zu einem Termin möchte, verbringt angesichts steigender Fahrzeugzahlen viel mehr Zeit hinter dem Steuer als geplant. Oft im Stau. Die Lösung ist leicht, hat zwei Räder und passt in den Kofferraum. Auch Erwachsene dürfen Tretroller fahren, ohne belächelt zu werden. Unterstützt durch einen Elektromotor kommen sie zügig und schweißfrei durch das Gewühl der Innenstädte. Alternative: Das Auto einfach ganz stehen lassen, wenn man zentral wohnt. Das war um die Jahrtausendwende schon Mal modern. Das Internet boomte, Aktien und Börse galten als chic. Insbesondere die Schweizer Firma Micro Mobility Systems galt als Trendsetter. Starkoch Jamie Oliver und Schauspielerin Julianne Moore ließen sich auf ihren Rollern ablichten. Nach wenigen Jahren verschwanden viele der Geräte wieder in der Versenkung, aber es gibt nach wie vor Roller-Fans. Die Hersteller arbeiten nun an einem Imagewechsel, weg vom Lifestyleprodukt, hin zum Mobilitätsvehikel. 

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Der Tretroller erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Km/h

Die Elektronik im Emicro der Firma Micro Mobilty stammt von einem Spin-Off der ETH Zürich. Ein bürstenloser Gleichstrommotor im Hinterrad mit einer Leistung von 500 Watt bringt das Gefährt auf eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern. Das funktioniert aber nur, wenn der Fahrer gleichzeitig die übliche Tretbewegung macht. „Wer schwach tritt, wird weniger stark unterstützt, wer stark tritt, stärker“, erklärt Produktmanager Gian Zimmermann. Einen Schalter im Griff, wie ihn andere Elektroroller ähnlich einem Gashebel beim Motorroller haben, hat der Micro-Roller nicht.
Drei Leistungsstufen bringt der Roller mit. Zwölf Kilometer Reichweite verspricht der Hersteller seinen Kunden, wenn sie den Motor einsetzen. Ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 82 Wattstunden speichert die Energie. 60 Minuten dauert das Laden an der Steckdose. Auch beim Bremsen wird der Akku geladen. Dann würden sogar 15 Minuten genügen. Aber das ist ein theoretischer Wert. Denn dafür existiert laut Zimmermann keine Strecke, die lange und steil genug ist. 
Sport- und Spaßgeräte mit Elektromotoren sind nicht neu. Bekanntestes Beispiel sind Fahrräder, die zu E-Bikes werden. Aber selbst Skateboards sind mittlerweile mit Elektromotoren unterwegs – mit Geschwindigkeiten jenseits der 50 Kilometer pro Stunde. Apple-Mitgründer Steve Wozniak ist schon vor fünf Jahren mit solch einem Brett durch die Landschaft gesaust. Solche Boards dürfen nur auf Privatgrund fahren, nicht auf öffentlichen Straßen.

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Elektroroller | BMW | Micro | Peugeot | Tretroller | Elektromobilität
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