Elektromobilität
05.04.2018

Mittelständler BMZ reitet auf der Batteriewelle

Foto: BMZ
BMZ-Produktion in Polen. In Gliwice haben die Unterfranken 2017 neue Hallen bezogen und hunderte zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Der Batterieboom beschert BMZ Wachstumsraten um 30 Prozent. Die Gruppe expandiert in China, den USA und in Polen. Branchenkenner warnen aber bereits vor einer Blase auf dem Batteriemarkt.

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Zwar wird die chinesische Batterieindustrie ihren technologischen Nachteil früher oder später wettmachen. Doch Bauer ist zuversichtlich, seinen Vorsprung bei Batteriemodulen halten und sich zugleich gegen chinesische Kopisten schützen zu können: „Der Batteriemarkt ist sehr innovativ und sehr schnell“, sagt Bauer. „Bloße Kopien sind immer veraltet.“

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Beteiligung an TerraE

Der Vorteil von BMZ als Mittelständler: Das Unternehmen ist für die meisten Batterieanwendungen gewappnet und kann sich dem Markt rasch anpassen. Im Zuge seiner Internationalisierung will BMZ nun auch in den USA Geschäfte machen: Im Bundesstaat Virginia läuft eine Serienproduktion an, unter anderem für Husqvarna, einen Hersteller von Elektro-Gartengeräten. Auch in Japan hat BMZ eine eigene, noch kleine Fertigung in Betrieb genommen. Ähnliches soll demnächst in Frankreich geschehen.

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Unternehmenschef Bauer ist zudem eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt TerraE. Das Konsortium, an dem BMZ gemeinsam mit Siemens, ThyssenKrupp, Streetscooter und 14 weiteren Unternehmen beteiligt ist, will bis Ende 2019 eine Batteriezellenfabrik in Europa errichten. Damit sollen europäische Verarbeiter von Zellen weniger abhängig von asiatischen Zulieferern werden.

Wettbewerb könnte sich rasch verschärfen

Indizien für das Potenzial des internationalen Batteriemarkts liefern unterdessen auch BMZ-Wettbewerber in Deutschland: Varta und Voltabox gingen 2017 an die Börse, um Ihr Wachstum zu finanzieren. Der Darmstädter Batteriesystemhersteller Akasol soll diesen Schritt ebenfalls erwägen. BMZ schmiedet hingegen bisher keine Börsenpläne.

An den Dimensionen der Autoindustrie gemessen, sind die Batteriehersteller und ihr Markt trotz raschen Wachstums klein. Zulieferriesen wie Bosch und Continental halten sich deshalb vorerst zurück. Doch das könnte sich rasch ändern und den Wettbewerb für BMZ und andere Mittelständler deutlich verschärfen. Bosch verzichtet zwar auf eine eigene Batteriezellenfertigung. Dennoch will der Konzern nach Worten seines Mobilitäts-Spartenchefs Rolf Bulander „Partner Nummer eins“ für das elektrische Fahren werden und entwickelt eigene Batterie- und Batteriemanagement-Systeme. Johnson Controls und Hitachi Automotive Systems, die bereits im Markt für Hybridauto-Batterien tätig sind, gelten ebenfalls als Anwärter auf E-Auto-Batteriesysteme. Webasto ist bereits in den Batteriemarkt eingestiegen.

Kapazitäten übersteigen Nachfrage

Das Münchner Beratungsunternehmen Berylls warnt angesichts dieser Entwicklung bereits vor einer „Batterieblase“ in der Elektromobilität: „Die Batterieproduktionskapazitäten übersteigen noch für viele Jahre die prognostizierte Nachfrage um bis zu 30 Prozent“, heißt es in einer Mitte März veröffentlichten Studie. Vor allem in Europa und Asien drängten neue Hersteller in den Markt, schreiben die auf die Autobranche spezialisierten Berater. Sie sagen der Branche eine Konsolidierung voraus, bekannte Anbieter würden verschwinden.

Lesen Sie auch: "Der Markt geht durch die Decke" – Lieferengpass bei Batteriezellen

Christian Schaudwet
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Keywords:
Batterien | Batterieproduktion | Elektromobilität | BMZ | Mittelständler
Ressorts:
Technology | Markets

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