Finanzen
21.03.2018

Munich Re will erneuerbare Energien in Afrika versichern

Foto: iStock
Südafrika gilt zunehmend als attraktiver Solarmarkt.

Die Africa Energy Guarantee Facility ist die erste Rückversicherung für nachhaltige Energieprojekte in Afrika. Die Initiative unter Beteiligung der deutschen Munich Re will grüne Energie-Investitionen ankurbeln und gegen politische Risiken absichern.

Die Münchner Rückversicherung Munich Re kooperiert mit der African Trade Insurance Agency (ATI) und der Europäischen Investitionsbank (EIB), um Investoren in Afrika Versicherungsschutz gegen politische Risiken zu bieten. Dadurch sollen neue, nachhaltige Energieprojekte südlich der Sahara mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 1,4 Milliarden US-Dollar ermöglicht werden. Die Initiative namens African Energy Guarantee Facility (AEGF) will Hindernisse beseitigen, die solche Investitionen bislang verhindert haben.

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Die verschiedenen AEGF-Produkte sollen die vertragliche Einhaltung staatlicher und kommunaler Stromabnahmeverpflichtungen versichern: Gegen Vertragsbruch, Enteignung, Nichtkonvertierbarkeit von Währungen, Krieg, Unruhen sowie Nichterfüllung von Schiedssprüchen. Kommerzielle Versicherer halten sich den Kooperationspartnern zufolge bislang zurück und zeigen wenig Bereitschaft, für den Energiesektor in Afrika Absicherungen gegen politische Risiken anzubieten. Dies wiederum halte privatwirtschaftliche Unternehmen davon ab, in den afrikanischen Energiesektor zu investieren. Während Investitionen in Energieprojekte langfristiger Natur seien, ändere sich die politische Landschaft oft sehr schnell.

600 Millionen Menschen ohne Strom

Versichert werden Projekte in 25 afrikanischen Ländern südlich der Sahara aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie Projekte, die den Zugang zu Energiequellen erleichtern. „Die AEGF beseitigt ein wesentliches Hindernis, das Investitionen in erneuerbare Energien in Afrika bisher im Weg stand“, sagt Joachim Wenning, Vorstandsvorsitzender von Munich Re. Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank, ergänzt: „Investitionen in nachhaltige Energien sind in Afrika enorm wichtig, um den Zugang zur Energieversorgung zu verbessern, die Energiekosten zu senken und den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern.“ George O. Otieno, Geschäftsführer der African Trade Insurance Agency, hofft, dass sich die Lebensbedingungen und der Alltag der Menschen verbessern.

Derzeit haben bei einer Gesamtbevölkerung von rund einer Milliarde Menschen in den Ländern südlich der Sahara rund 600 Millionen Menschen keinen Zugang zu Strom. In den meisten dieser Ländern gehören Engpässe in der Stromversorgung zur Tagesordnung. Um mit dem bis 2030 erwarteten Bevölkerungswachstum Schritt zu halten, müssten Berechnungen zufolge pro Jahr rund 90 MIlliarden US-Dollar in die Energie-Infrastruktur investiert werden.

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Carsten Kloth
Keywords:
Afrika | Auslandsmärkte | Finanzen
Ressorts:
Finance

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