Am morgigen Mittwoch will der Energieversorger Kyushu Electric Power den Kernreaktor Sendai Nuclear Power Unit No. 1 in der südwestlichen Provinz Kagoshima wieder hochfahren. Das teilte der Versorger heute mit.

Demnach erfülle das Kraftwerk (AKW) alle dafür notwendigen Sicherheitsauflagen. Bereits drei Tage später soll Sendai wieder Strom ins Netz einspeisen und im September dann im Normalbetrieb laufen.

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Frühjahr 2011 stehen seit etwa zwei Jahren alle kommerziellen Reaktoren in Japan still. Ministerpräsident Shinzo Abe allerdings drängt auf die Nutzung der Nuklearenergie.

Greenpeace Deutschland bezeichnete die Ankündigung als „schwarzen Tag“ für die Atomkraftgegner. Allerdings sieht die Umweltschutzorganisation in der Betriebsaufnahme von Sendai kein Comeback der Atomindustrie, wie Greenpeacemitarbeiter Andree Böhling sagt. „In der Bevölkerung herrscht breiter Protest gegen die Atomkraft. 300 Anwälte klagen gegen die Betreiber, die herbe Verluste hinnehmen müssen und unter den strengen Sicherheitsvorschriften leiden."  Außerdem beschere die Solarkraft der Branche zunehmend Konkurrenz.
Angesichts der Situation rechnet Greenpeace laut Böhling nicht damit, dass mehr als ein Viertel der AKWs in Japan überhaupt wieder ans Netz gehen.

 
 
(foto: deposit)