Elektromobilität
05.09.2018

Neue Technik könnte Ladevorgang drastisch verkürzen

Foto: Delta Electronics
Ladestation von Delta Electronics. Das taiwanische Unternehmen will einen neuen Standard beim Schnellladen setzen.

Der Autohersteller General Motors und der Elektrokonzern Delta aus Taiwan entwickeln eine Schnellladetechnik, die einen neuen Maßstab setzen könnte: zehn Minuten Laden für 290 Kilometer Reichweite.

In der krisengeplagten Metropole der US-amerikanischen Autoindustrie zeichnet sich eine Lösung für das Kernproblem von Elektroautos an, die langen Ladezeiten. Der US-Ableger des taiwanischen Elektro- und Energietechnikkonzerns Delta forscht in Detroit an einem Hochleistungsladegerät, das in nur zehn Minuten Strom für eine Strecke von 290 Kilometern in die Batterie pressen soll. Das Gerät soll eine Ladeleistung von 400 Kilowatt haben. „Wir sind bereit, einen neuen Schnelllade-Standard für Elektrofahrzeuge zu setzen“, sagt M.S. Huang, der Chef von Delta Electronics Americas.

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Das US-Energieministerium räumt dem Projekt offensichtlich hohe Bedeutung ein, denn es übernimmt die Hälfte der Forschungskosten. Elektrofahrzeuge, die derart hohe Ladeströme aufnehmen können sollen, werden derzeit beim US Autokonzern General Motors (GM) entwickelt. Das in Detroit ansässige Unternehmen kündigt an, bis zum Jahr 2023 werde es 20 elektrische Pkw-Modelle mit der neuen Schnellladetechnik auf den Markt bringen.

29 Kilometer pro Lademinute

Falls GM und Delta ihr Projekt zum Erfolg führen, hätten Sie mit einer Ladeleistung von umgerechnet 29 Kilometern Reichweite pro Minute im Wettbewerb die Nase vorn. Das gegenwärtig leistungsfähigste marktreife Ladegerät, der Supercharger von Tesla, schafft pro Minute eine Reichweite von knapp zehn Kilometern. Die von Porsche für den Elektro-Sportwagen Taycan angekündigte Ladetechnik soll es auf immerhin 20 Kilometer Reichweite pro Lademinute bringen.

Die künftigen Wechselstrom XFC-Ladestationen („Extra Fast Charger“) von Delta und GM sollen eine bislang auf dem Markt nicht verfügbare Ladeeffizienz von 96,5 Prozent erreichen, wesentlich leichter und nur halb so groß sein wie derzeitige Gleichspannungs-Schnelllader, verspricht Delta Electronics. Zusätzlich sollen sie über einen Hochvolt-Gleichstromzugang verfügen, um Haus-Stromspeicher einbinden zu können.

Detroiter E-Allianz

Neben Delta Electronics und GM umfasst die neue Elektromobilitätsallianz in und um Detroit den Energiedienstleister DTE Energy, das Center for Power Electronics Systems der Universität Virginia Tech, das Förderinstitut Nextenergy des Bundesstaates Michigan und das Nachhaltigkeitsressort der Stadt Detroit.

 

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Thomas Bauer
Keywords:
Elektromobilität | General Motors | Ladeinfrastruktur
Ressorts:
Technology | Markets

Kommentare

Um die gegebenen Informationen etwas gerade zu ziehen.

Beispielsweise haben ABB und Tritium schon DC Ultra-Schnell-Ladesäulen im Angebot die bis zu 450...475 kW an Ladeleistung beim CCS stecker bieten.

In der EU befinden sich auch schon ein dutzend Ladeparks die eine Ladeleistung von 175...350kW bieten (z. B. Ionity, Fastned)

Somit sind die 400kW keine große Sensation ;)

Bisschen wenig Info in dem Artikel. Was genau ist da neuartig daran? Wie soll es funktionieren?

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