Kabilan Monoharan, Anwalt des indischen Kohleriesen Adani, hat seinen eigenen Mandaten an den Pranger gestellt. Er wirft dem Konzern vor, den Bau eines Solarparks im indischen Bundesstaat Tamil Nadu mit illegalen Mitteln durchzuboxen, berichtet der indische Online-Nachrichtendienst „The News Minute“.

Demnach umgehe die Adani-Gruppe gesetzliche Vorschriften, beispielsweise beim Landerwerb.

Die Vorwürfe kamen durch eine Veröffentlichung des Madras High Court, dem obersten Gericht im Bundesstaat Tamil Nadu, ans Licht. Ironischer Weise, nachdem die Adani-Gruppe zunächst Klage gegen ihren Anwalt eingereicht hatte. Darin warf sie ihm Erpressung vor.

Tatsächlich hatte Monoharan laut „The News Minute“ in einem Schreiben an den Kohleriesen gedroht, die Unregelmäßigkeiten bei dem Solarprojekt bekannt zu machen – und forderte für seine Geheimhaltung mehr Geld.

Der Richter veröffentlichte daraufhin die Klage der Adani-Gruppe gegen den Anwalt Monoharan. Darin waren allerdings detailliert die Vorwürfe des Anwalts gegen seinen Mandanten aufgelistet – und kamen damit ans Licht.

In einer Antwort an den Anwalt stritt Adani jegliche Unregelmäßigkeit ab.

Projektierer des 648 Megawatt-Solarkraftwerks ist Adani Green Energy, das zu 51 Prozent zur Adani-Unternehmensgruppe gehört.

Auch die umstrittene Kohlemine Carmichael im australischen Bundesstaat Queensland unweit vom Great Barrier Reef gehört zu den Projekten der Adani-Gruppe. Auch hier weht dem Konzern heftiger Gegenwind entgegen. Umweltaktivisten befürchten im Fall der Inbetriebnahme der bis dato größten Kohlemine weltweit massive Auswirkungen auf das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Korallenriff.