China
21.06.2016

Neuer Wind für China

Fotos: Wikipedia/taylorandayumi; Wikipedia/Chris Lim

MIT-Studie: China könnte den Windstromanteil bis 2030 auf 26 Prozent steigern – sofern Anlagenbauer einige Auflagen beachten.

 

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China könnte schon 2030 ein Drittel des Energiebedarfs aus Windstrom decken. Das ist das Ergebnis einer soeben im Fachmagazin Nature Energy erschienen Studie des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Bis dahin müssen Anlagenbauer allerdings noch kräftig investieren: Im vergangenen Jahr lag der Windstromanteil im Reich der Mitte bei drei Prozent, Kohle lieferte indes 70 Prozent.

Anlagenbauer müssen laut Studie einige Vorgaben beachten: Der Standort neuer  Windmühlen sollte unter dem Gesichtspunkt des Netzanschlusses gewählt werden. Zweitrangig sei, wie viel Wind tatsächlich an dem jeweiligen Standort wehe, schreiben die Studienautoren. „Windanlagen, die in abgelegenen, ressourcenreichen Gegenden gebaut werden, profitieren zwar von den physikalischen Gegebenheiten, leiden aber unter den derzeitigen Beschränkungen des Stromnetzes“, sagt Valerie Karplus, Mitautorin der Studie und Assistenzprofessorin am MIT. Dort verursachen Windanlagen höhere Übertragungskosten.

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Für die Studie mit dem Titel „Integrating wind into China’s coal-heavy electricity system“ haben die Forscher den Ausbau des chinesischen Stromnetzes einbezogen, um das tatsächliche Ausbaupotenzial zu ermitteln.  

 

Weg von der Kohle

Größte Herausforderung beim Ausbau der Erneuerbaren ist laut Studie die Umstellung des Kohlestromnetzes auf die schwankende Erzeugung der Ökostrom-Anlagen. Für den Ausbau des Grünstromanteils müsse die Regierung in Peking den Kurs ändern, drängen die Forscher. Anstatt Kohlestrom-Produzenten stabile Gewinne zu garantieren, müsse der Wettbewerb um den günstigsten Preis angeregt und neue Märkte für flexible Erzeugung geschaffen werden.

Bei der Windenergie ist China bereits seit Jahren der wichtigste Markt weltweit. Die installierte Leistung liegt bei etwa 120 Gigawatt (GW), dieses Jahr sollen 20 GW hinzukommen. Auch auf dem europäischen Markt sammeln chinesische Firmen Expertise. Soeben hat ein staatlicher Kraftwerksbetreiber den deutschen Nordsee-Windpark „Meerwind“ für 630 Millionen Euro übernommen

Die Redaktion
Keywords:
Windstrom | China | Windmarkt | USA | Europa | MIT | Studie | Kohle
Ressorts:
Markets

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