Erneuerbare Energien
02.01.2018

Neuer Windkraft-Rekord im Jahr 2017

Foto: iStock
Der Ausbau der erneuerbaren Energien setzt die Stromnetze unter Druck.

Das windige Wetter in Deutschland erzeugte im Dezember 2017 einen neuen Windenergie-Rekord. Die Zuwächse der erneuerbaren Energien belasten jedoch das Stromnetz.

Ein ertragreicher Monat Dezember hat für einen neuen Rekord bei der Windstromproduktion gesorgt. Wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) mitteilte, überstieg die im Jahr 2017 produzierte Strommenge zum Jahresabschluss erstmals die Marke von 100 Milliarden Kilowattstunden.

Anzeige

Auf die Onshore Windenergie entfiel zum Jahresende rund 83 Milliarden Kilowattstunden, auf die Offshore Windenergie 17 Milliarden. Im Jahr 2016 kam die Windenergie in Deutschland lediglich auf 78,6 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Anzeige

Wind- und Solaranlagen in Deutschland produzierten im Dezember 2017 zusammen erstmals in einem Monat über 15 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom. Das ist ein Zuwachs um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit ist für diese beiden regenerativen Energiequellen der Dezember 2017 in Deutschland der produktionsstärkste Monat aller Zeiten. Im gesamten Jahr 2017 steigt die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie auf 138,4 Milliarden Kilowattstunden nach 111,5 Milliarden im Jahr 2016.

Windenergie verdrängt Steinkohle

Der Rekord bei der Windenergie führt 2017 zu einer Positionsverschiebung im Strom-Mix. Nach einer ersten Hochrechnung des Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) wird in Deutschland eine Bruttostromerzeugung von 654 Milliarden Kilowattstunden Strom für das Jahr 2017 erwartet. Die Braunkohle rangiert danach mit 148 Milliarden Kilowattstunden weiterhin auf Rang eins. Die Windenergie kommt mit 100 Milliarden nun auf Platz zwei und verdrängt damit Steinkohle, die laut BDEW 94 Milliarden Kilowattstunden Strom beisteuert. Auf dem vierten Platz folgt 2017 die Stromerzeugung aus Gas mit 85,6 Milliarden Kilowattstunden.

Der Ausbau der erneuerbaren Energie setzt derweil das deutsche Stromnetz immer stärker unter Druck: Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet, dessen Netzgebiet von Schleswig-Holstein bis zum Süden Bayerns reicht, musste deshalb 2017 fast eine Milliarde Euro für Noteingriffe ins Netz zahlen. Die Eingriffskosten lagen Unternehmensangaben zufolge 2015 noch deutlich niedriger bei 710 Millionen Euro, im windschwachen Jahr 2016 sogar nur bei 660 Millionen Euro. Sie werden über die sogenannten Netzentgelte auf den Strompreis umgelegt, die Kosten landen am Ende beim Verbraucher.

Lesen Sie auch: US-Energieministerium fördert Solar- und Windbranche

Carsten Kloth
Keywords:
Windenergie
Ressorts:
Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy
Winter 2018/2019

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de

Das E-Paper ist erhältlich bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen