Digitalisierung
24.07.2018

New Yorker Energiefirmen: Blockchain ist transformativ

Foto: Con Edison
Der Energieversorger Con Edison ist in New York, New Jersey und Pennsylvania tätig.

Vier Versorgungsunternehmen aus New York haben sich zusammengeschlossen, um mögliche Anwendungsfälle für die Blockchain zu untersuchen. Einig sind sie sich auch bezüglich des Potenzials der Technologie.

Die Blockchain kann die Strombranche umkrempeln – das zumindest glauben die New Yorker Versorgungsunternehmen Avangrid, Con Edison, National Grid und New York Power Authority. Sie halten die Technologie in einem gemeinsamen Bericht für „transformativ“. Um zu verstehen, wie eine gemeinsame Blockchain-Infrastruktur genutzt werden kann, haben sie sich zusammengeschlossen und mögliche Einsatzgebiete untersucht. Potenzial sehen sie vor allem in den Bereichen Kundenmanagement, Clearing und Abrechnung, dezentrale Energiemärkte, Cybersecurity, Elektrofahrzeuge und beim Einbinden kleiner, dezentraler Energieanlagen in das Netz.

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In Zusammenarbeit mit dem New Yorker Beratungsunternehmen Indigo Advisory Group haben die vier Unternehmen 50 Anwendungsfälle für die Blockchain im Energiesektor untersucht. Die Fälle wurden anhand von Kriterien bewertet, die aus zwei Kernfragen resultieren: Benötigt der Anwendungsfall tatsächlich eine Blockchain-Lösung oder würde eine andere Lösung besser funktionieren? Und: Was sind die Vorteile für Kunden und Unternehmen?

Automatisierungen durch smart contracts

Die Blockchain würde beispielsweise Kunden, Versorgungsunternehmen und Aufsichtsbehörden ermöglichen, Transaktionen in einem zuverlässigen und gemeinsamen Datensatz zurückzuverfolgen, was das Kundenmanagement vereinfachen würde. Clearingprozesse, also das Feststellen gegenseitiger Forderungen, Verbindlichkeiten und Lieferverpflichtungen sowie Abrechnungsprozesse würden ebenfalls durch die Blockchain vereinfacht.

Die Technologie ermögliche den Unternehmen zufolge zudem ein dezentrales Peer-to-Peer-Transaktions- und Versorgungssystem, bei dem der Strom beispielsweise zwischen Privathaushalten gehandelt werden könne. Die Abrechnung von Strom über Zeit und Standort würde durch intelligente Verträge (smart contracts) vollständig automatisiert. Dadurch könnten Prozesse effizienter gemacht und die Verständlichkeit und Transparenz verbessert werden.

Zentrale Ladeplattform für Elektrofahrzeuge

Die Verschlüsselungsmechanismen der Blockchain-Technologie könne die IT-Sicherheit verbessern und das Einbinden kleiner Anlagen für erneuerbare Energien wie Photovoltaik-, Geothermie- oder Biogasanlagen vereinfachen, sogenannter Distributed Energy Resources (DER). Auch das Speichern und Auswerten von Zählerdaten, die von Smart Metering-Geräten erfasst wurden, könne erleichtert werden.

Zudem sehen die US-Energiedienstleister in ihrer Untersuchung Potenziale für eine gemeinsame New Yorker Ladeplattform für Elektrofahrzeuge: Mit einer Blockchain-Lösung könnten Kunden unabhängig von Versorgungsregion und -unternehmen an jede Ladestation angeschlossen werden.

Die Versorger gehen davon aus, dass sich die Blockchain-Technologie weiterentwickeln wird, weshalb sie ihre Forschung fortführen wollen. Erkenntnisse aus anderen Branchen, wie dem Finanzdienstleistungssektor, wollen sie dabei aufgreifen.

Lesen Sie auch: Blockchain-Projekt Enerchain auf der Zielgeraden

Carsten Kloth
Keywords:
Blockchain | Digitalisierung
Ressorts:
Technology

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