Mobilität
08.01.2018

Niedrigster Dieselanteil bei Neuwagen seit 100 Monaten

Foto: iStock
Autotransporter mit Neuwagen auf der Autobahn.

Der Anteil von Dieselfahrzeugen bei den Neuzulassungen ist im Dezember weiter gesunken. Und ein Ende des Sinkfluges ist nicht in Sicht.

Mit 32,8 Prozent der Pkw-Neuzulassungen ist der Diesel im Dezember 2017 auf seinen niedrigsten Marktanteil in Deutschland seit 100 Monaten gefallen. Zuletzt wurden im August 2009 mit 31,4 Prozent anteilig weniger Dieselfahrzeuge verkauft. Dies ergab eine Studie des Car-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen.

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Lag zu Beginn des Jahres 2017 der Dieselanteil bei den Pkw-Neuzulassungen noch bei 44,8 Prozent, ist er im Dezember 2017 auf ein 100-Monatstief gesunken. Die Forscher gehen davon aus, dass sich der Sinkflug im Jahr 2018 fortsetzt und der Dieselanteil des Monats Mai 2009 von 29,4 Prozent unterschritten wird. Damit würde der Diesel-Anteil bei den Pkw-Neuzulassungen auf ein 18-Jahres-Tief fallen.

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Die hohe Verunsicherung über die Abgaswerte neuer Diesel-Pkw und wegen drohender Fahrverbote hätten dem Diesel im Jahr 2017 deutlich zugesetzt, schreiben die Forscher um Institutsdirektor Ferdinand Dudenhöffer. Der Rückgang sei europaweit zu beobachten. Auch deshalb mache es Sinn, sich vom „Diesel-Mythos“ und den Steuererleichterungen zu verabschieden und die Voraussetzungen für die Elektromobilität in Deutschland zu verbessern.

Auch Leasingraten könnten steigen

Derzeit hielten fast nur noch die Firmenwagen-Käufer dem Diesel-Pkw die Treue. Firmenwagen würden überwiegend geleast. Damit seien für Unternehmen die Risiken von Diesel-Pkw – etwa der Wertverlust bei Rückgabe des Gebrauchten an die Leasinggesellschaft – noch nicht spürbar. Spürbar würden allerdings die Wertberichtigungen bei den Autohändlern und Leasing-Gesellschaften. Eine große Zahl der Händler und Leasing-Gesellschaften säßen auf gebrauchten Diesel-Pkw, die in den Büchern schöner aussähen als am Markt. So lägen die Standzeiten bei Händlern für dreijährige Diesel-Gebrauchtwagen im Durchschnitt gut einen Monat über frühere Werte oder gebrauchte Benziner.

Die Forscher des Car-Center prophezeien, dass die Leasingraten für Diesel-Pkw für die Unternehmen steigen werden, was die Nachfrage weiter bremsen werde. Zusätzlich müsse man davon ausgehen, dass die zukünftige Bundesregierung das Diesel-Privileg auslaufen lasse. Auch dies würde die Gebrauchtwagenpreise für Diesel belasten und somit neben den Treibstoffkosten auch die Leasingraten weiter verschlechtern.

Lesen Sie auch: Auto-Experte Dudenhöffer fordert höhere Prämie für E-Autos

Carsten Kloth
Keywords:
Diesel | Mobilität
Ressorts:
Markets

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