Energiemarkt
26.06.2012

Noch viel zu erklären bei der Energiewende

Der Energiemarkt braucht ein völlig neues Marktdesign – nicht sofort, aber bis 2015, sagt die Chefin des Branchenverbandes BDEW Hildegard Müller. Zudem sei die Sensibilität für die eigene Betroffenheit von der Energiewende in der Bevölkerung gestiegen.

Im Energiemarkt soll künftig mehr nach Leistung vergütet werden. Langfristig gehe es darum, die erneuerbaren Energien schrittweise in den Markt zu integrieren und mit dem Markt der konventionellen Energieerzeugung in einem unter Umständen vollkommen neuen Marktdesign zusammenzuführen, sagt Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Vorfeld des Branchenkongresses in Berlin. "Das Marktdesign der Zukunft sollte jedoch kein umfassendes, staatliches Subventionsmodell, sondern eine Marktlösung sein. Und dies sollte nicht nur für Deutschland, sondern für einen gesamteuropäischen Energiemarkt entwickelt werden“, so Müller. Der BDEW sei derzeit dabei, mögliche Modelle zu bewerten und entsprechende Vorschläge zu erarbeiten. Das Marktmodell müsse nicht sofort, aber bald kommen. Müller: „Bis zum Jahr 2014, 2015 brauchen wir spätestens eine Lösung.“

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Man müsse weg vom bisherigen Prinzip „produzieren und vergessen“, erklärt Müller. Wie wolle man dem Stromverbraucher sonst vermitteln, dass mit seinem Geld Erneuerbare-Anlagen gebaut, aber nicht genutzt werden, weil die Netze fehlen, um die Energie zu transportieren. Laut einer aktuellen BDEW-Umfrage glauben 59 Prozent der Befragten, dass die Energiewende für den Wirtschaftsstandort Deutschland eher Vorteile hat. Jedoch erwarteten nur 35 Prozent persönliche Vorteile und 27 Prozent sogar Nachteile von der Energiewende, während 32 Prozent glauben, dass der Umbau der Energieversorgung keine Auswirkungen auf sie hat. Damit sei klar, dass es von allen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft noch viel zu erklären gebe. Müllers Fazit lautet: „Die aktuelle Umsetzung der Energiewende wird kritischer beurteilt als zu Beginn des Jahres.“ Die Zustimmung der Bevölkerung sei zwar weiterhin auf hohem Niveau, aber die „Sensibilität für die eigene Betroffenheit“ sei gestiegen.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Akzeptanz | Energiepolitik | Nachhaltigkeit | Energiehandel | Erneuerbare Energie
Ressorts:
Markets

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