Der Windturbinenhersteller Nordex streicht 130 seiner 160 Stellen im Rotorblattwerk in der ostchinesischen Stadt Dongying. Grund sei die rückläufige Auslastung der Produktion. „Mit dem Abbau von Strukturkosten wollen wir unsere Aktivitäten in China noch in diesem Jahr auf ein nachhaltig profitables Fundament stellen“, begründete Nordex-Geschäftsführer Jürgen Zeschky. 

Der chinesische Markt ist für ausländische Firmen äußerst schwierig. Zwar sind die Zubauzahlen mit 18 Gigawatt installierter Leistung in 2011 enorm, jedoch werden ausländische Firmen bei der staatlichen Auftragsvergabe immer weniger berücksichtigt. „Westliche Hersteller bekommen keinen Fuß in Tür“, sagte Holger Fechner, Analyst bei der Nord LB, zu BIZZ energy today. Selbst Weltmarktführer Vestas sei nicht mehr unter den zehn größten Windanlagenbauern in China. „Von daher überrascht es eher, das die Entscheidung von Nordex so spät kommt“, so Fechner. 

Drei Standorte mit insgesamt 380 Mitarbeitern betreibt der Hamburger Windbauer in China, darunter zwei Fabriken und die Zentrale in Peking. „Seit dem vergangenen Jahr verlieren wir Geld“, erklärte Nordex-Sprecher Ralf Peters gegenüber BIZZ energy today. Zwar werden die hohen Local-Content-Vorgaben von 70 Prozent erfüllt, aber bei derzeit 80 heimischen Herstellern in China werde der Markt immer schwieriger. Im Werk in Dongying bleiben ab dem nächsten Jahr nur noch 30 Mitarbeiter. Seit über einem Jahr sucht Nordex bereits erfolglos nach einem Partner. Aber das Rotorblattgeschäft ist pikant: „Im Blatt steckt soviel Technologie, das wollen wir nicht teilen“, begründete Peters. Das passt auch zur heute getroffenen Entscheidung des Unternehmens. 

Nordex-Arbeiter bei der Rotorblattfertigung in Deutschland. (Nordex)