Elektromobilität
29.03.2019

Norwegen: Lange Wartelisten für E-Autos

Foto: iStock
Nicht nur an den Ladestationen von Tesla ist in Norwegen noch Platz.

Norwegen gilt als Vorbild in Sachen E-Mobilität. Ab 2025 sollen dort nur noch abgasfreie Autos neu zugelassen werden. Doch die Autobauer hinken hinterher.

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Norwegens Elektro-Autoverein ist in Feierlaune: Im vergangenen Jahr wurden mehr als ein Drittel aller neu zugelassenen Fahrzeuge in dem Land elektrisch angetrieben. Und das sei noch lange nicht das Ende, versichert Sprecher Petter Haugneland: "Für dieses Jahr erwarten wir, dass der Anteil reiner Nullemissionsfahrzeuge 50 Prozent ausmachen wird. Das wird ein neuer Meilenstein." In Deutschland sieht das völlig anders aus: 2018 kamen laut Kraftfahrt-Bundesamt auf knapp 46,5 Millionen Personenwagen nur 53.861 reine Elektroautos. Ein Grund: E-Autos gelten als teuer.

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Als die norwegische Regierung vor drei Jahren ankündigte, sie wolle ab 2025 nur noch emissionsfreie Neuwagen zulassen, sorgte das weltweit für Schlagzeilen – so mancher bezweifelte, dass dies machbar ist. Heute scheint das Ziel in Reichweite. "Wenn wir dieses Jahr 50 Prozent erreichen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir bis 2025 die 100 Prozent schaffen", meint Haugneland.

Wasserkraft ebnet Weg zur Vorreiterschaft

Die Umstellung von Autos mit Verbrennungsmotor auf strombetriebene (auf Norwegisch: "Elbil") ist ein wesentlicher Beitrag Norwegens, die Klimaziele von Paris zu erreichen. Weil das Land seinen Strom zu rund 95 Prozent aus Wasserkraft gewinnt, eignet es sich hervorragend für die Vorreiterschaft in Sachen Elektromobilität. Dank staatlicher Subventionen sind Elektroautos sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb oft billiger als Verbrenner. Und: Norwegen hat im Gegensatz zu Deutschland keine Autoindustrie, auf die es Rücksicht nehmen muss.

Aber angewiesen ist man auf die Branche – in Sachen Elektro-Autos. "Wir haben eine extrem große Nachfrage und für viele Modelle gibt es lange Wartelisten, besonders für die großen mit einer langen Reichweite", sagt Haugneland. Wenn die Industrie nicht nachkomme, sei das Ziel für 2025 in Gefahr.

Vorwurf: Autobauer halten Fahrzeuge zurück

"Wir rechnen damit, dass in diesem Jahr 75.000 neue Elektroautos zugelassen werden", fügt sein Kollege Ståle Frydenlund hinzu. Sein Eindruck: Einige Autobauer in Europa halten ihre emissionsfreien Fahrzeuge mit Absicht bis zum nächsten Jahr zurück. Denn ab 2020 gilt ein strengerer EU-Flottengrenzwert von 95 Gramm CO2 je Kilometer für alle neu zugelassenen Autos. Der VW-Konzern wies den indirekten Vorwurf aus dem Norden zurück: Erst Ende 2019 werde die erste E-Auto-Fabrik in Zwickau wirklich "massenfähig" sein. Die Nachfrage sei größer als das Angebot.

Doch einige Autohändler in Oslo sind schon fast verzweifelt. "Die meisten Kunden müssen bis zu zwei Jahre warten, bis sie ihr Auto bekommen", klagt Hallgeir Olsen, Verkäufer beim Kia-Autohaus Bertel O. Steen. "Wir können die Nachfrage nicht befriedigen, wir bekommen nicht genügend Autos geliefert." 7000 Norweger stünden allein für den Kia Niro auf der Warteliste. Nur 2000 Kunden könnten damit rechnen, ihren Wagen im Laufe des Jahres zu erhalten. Inzwischen würden Plätze auf Wartelisten im Internet verkauft – für 5000 Euro rückt man auf der Liste nach oben. Auch für andere Modelle gebe es Wartelisten.

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E-Mobilität | E-Autos
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Markets

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