Norwegens staatlicher Pensionsfonds hat 52 Kohlefirmen aus seinem Portfolio gestrichen. Dazu zählen viele chinesische, indische und US-amerikanische Unternehmen, darunter der US-Kohleriese Peabody, der am Mittwoch Insolvenz anmelden musste. Das geht aus der im Internet veröffentlichten Liste der norwegischen Zentralbank hervor. Auch japanische und europäische Firmen sind aufgeführt. „Weitere Ausschlüsse werden folgen“, kündigte die Zentralbank in einem Statement an.

Der staatliche Pensionsfonds verwaltet 1,3 Prozent aller global gehandelten Wertpapiere.

Das norwegische Finanzministerium hatte den 900 Milliarden Dollar schweren Fonds im vergangenen Frühsommer dazu verpflichtet, alle Beteiligungen an kohlelastigen Unternehmen aufzugeben. Dazu zählen Firmen, die mehr als 30 Prozent ihres Gewinns mit Kohle erzielen oder ihren Energiebedarf überwiegend mit Kohlestrom decken, wie aus den 2015 neu erlassenen Investitionsrichtlinien des Fonds hervorgeht.

Norwegen gilt als einer der Pioniere der weltweiten Divestmentbewegung. Dazu zählen auch die Versicherungsriesen Allianz und Axa, die ihr Geld aus klimaschädlichen Firmen abziehen wollen. In Deutschland hatte Anfang des Monats die Stadt Münster entschieden, ihre Anteile an klimaschädlichen Unternehmen abzustoßen.

Nicht nur Umwelt- und Klimaschutz spielen bei solchen Investitionsentscheidungen eine Rolle. Sondern ebenso die Angst vor verlorenen Vermögenswerten. CO2 ist zum Kostenfaktor geworden. Auch die Bundesregierung mahnt zur Vorsicht bei Investitionen in Unternehmen, die ihr Geld mit Fossilen verdienen.

 

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