Die Bonner Bundesnetzagentur kann seit Ende 2012 den Kraftwerksbetreibern verbieten, ihre Anlagen stillzulegen, wenn dadurch die Gefahr von Blackouts steigt. Von dieser sogenannten Reservekraftwerksverordnung sind bislang elf Kraftwerke betroffen, die allesamt Eon und EnBW gehören – und die nun mindestens bis 2017 weiterlaufen müssen. Das bestätigte die Bundesnetzagentur auf Anfrage von BIZZ energy today.

Bei Eon handelt es sich um die Anlagen Irsching 3, Staudinger 4 sowie Ingolstadt 3 und 4 mit insgesamt rund 1,4 Gigawatt Kapazität. EnBW ist mit insgesamt 900 Megawatt sogar sechs mal betroffen. Drei Blöcke des Kraftwerks in Marbach, zwei Anlagen in Walheim sowie zwei Heizkraftwerksblöcke in Heilbronn müssen am Netz bleiben.
 
Heilbronn ist dabei der aktuellste Fall. Im Juni hatte die Bundesnetzagentur in einem Schreiben an EnBW mitgeteilt, dass sie die Anlagen als systemrelevant erachtet, weil die Abschaltung mit „hinreichender Wahrscheinlichkeit" zu einer „nicht unerheblichen Gefährdung" führe. 
 
Eon und EnBW bekommen nach dem Abschaltverbot die Betriebskosten ersetzt, erzielen mit den Anlagen nach eigenen Angaben aber keinen Profit.
 
Andere Betreiber von Kraftwerken im Süden brauchen sich indes kaum Hoffnung machen, dass ihre Stilllegungspläne durchgewunken werden. In dem Bescheid heißt es weiter, im Regelfalls sei davon auszugehen, „dass alle in Süddeutschland verbleibenden Kraftwerke systemrelevant sind".
 
Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass Abschaltungen in der Mitte und im Norden Deutschlands dagegen nicht zu Problemen führen werden, sondern Teil einer normalen Marktbereinigung sind. RWE hatte kürzlich angekündigt, weitere 1.000 Megawatt bis 2017 vom Netz zu nehmen.