Green Finance
23.05.2018

Öko-Index für Finanzzentren: London auf dem Spitzenplatz

Foto: Creative Commons/Kloniwotski
Der Finanzplatz London schnitt im Green-Finance-Ranking der schweizerischen Umweltstiftung MAVA am besten ab.

Der deutsche Finanzplatz Frankfurt schafft es im Ranking der Initiative Finance Watch und der Denkfabrik Z/Yen nur auf Platz 19. London liegt vorn. Bewertet wurden die Verbreitung und die Qualität grüner Finanzprodukte.

Der "Global Green Finance Index“ (GGFI), der mit Unterstützung der schweizerischen Umweltstiftung MAVA entwickelt wurde, misst die Qualität und Verbreitung „grüner“ Finanzprodukte an Finanzzentren. Er soll zweimal jährlich aktualisiert werden. Der Index basiert auf einer weltweiten Umfrage unter Finanzexperten. Die erste Ausgabe (GGFI 1) in diesem Frühjahr führt 47 Finanzzentren auf. Dabei führt London sowohl bei der Verbreitungs- als auch das bei der Qualität grüner Finanzprodukte. Deutsche Finanzmetropole Frankfurt belegt in beiden Rankings einen eher bescheidenen 19. Platz.

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Mava-Präsident André Hoffman hofft, dass der GGFI Entscheidungsträgern zu nachhaltigkeitsfördernden Einsichten verhilft. Der Index solle zeigen, was Finanzplätze „grün“ mache, einen Wettbewerb um den Spitzenplatz im nachhaltigen Finanzwesen anheizen und die Verbreitung vorbildlicher Praktiken fördern. „Grün“ im GGFI-Sinn sind Finanzprodukte oder -dienstleistungen, die langfristig einen positiven Einfluss auf Umwelt oder Gesellschaft haben. Aktien und Anleihen gehören ebenso zum erfassten Spektrum wie Versicherungen, der Rohstoff- und Derivatehandel oder auch Analyse- und Risikomanagement-Werkzeuge.

Quellen: Finance Watch, Z/Yen

 

Die erste Index-Ausgabe berücksichtigte 1.790 Bewertungen von 337 Teilnehmern, die Umfrage fand zwischen Dezember 2017 und Februar 2018 statt. Die Bewertungen werden mit über 100 quantitativen Faktoren kombiniert, um eine Gesamtbewertung zu erhalten. Diese Faktoren werden unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation, der Weltbank und der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen zugeliefert.

Die Ratings für die Green-Finance-Verbreitung lagen zwischen 333 und 402, die Ratings für die Green-Finance-Qualität zwischen 322 bis 437 – jeweils bei einem maximal erreichbaren Wert von 1.000. Dass die Bewertungen der Green-Finance-Verbreitung besser ausfallen als es Marktdaten zeigen, legt nahe, dass die „Grünfinanz“-Verbreitung von Teilnehmern der Umfrage höher eingeschätzt wird, als sie wirklich ist. Die generell niedrigen Bewertungen lassen zudem vermuten, dass der Grünfinanz-Sektor noch immer nur einen relativ kleinen Anteil am globalen Finanzmarkt hat.

Finanzzentren unter Beobachtung

Der GGFI ist nicht der einzige Versuch, die Nachhaltigkeitsbestrebungen an Finanzplätzen miteinander zu vergleichen. Einen ähnlichen Maßstab hat auch die EU-geförderte Klima-Initiative Climate-KIG zusammen mit der französischen Denkfabrik Institute for Climate Economics (I4CE) und dem Beratungsunternehme PwC entwickelt. Damit soll gemessen werden, wie die wichtigsten Finanzzentren der G7-Länder zur Finanzierung von Klima- und Umweltschutz beitragen. Mit dem GGFI sollen nach Angaben der Initiatoren bestehende Untersuchungen ergänzt und Datenlücken geschlossen werden, indem der Index quantitative Faktoren mit der Wahrnehmung von Finanzexperten kombiniert.

Lesen Sie auch: Brüssel bereitet Öko-Label für Finanzprodukte vor

 

Gregor Hallmann
Keywords:
Green Finance | London | Frankfurt
Ressorts:
Finance

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