Der Wettbewerb im Strommarkt nimmt weiter zu. Insgesamt habe sich die Anzahl der unabhängigen Stromanbieter von 25 im Jahr 2009 auf 50 bis Ende 2011 verdoppelt. Im Jahr 2011 sind 470 neue Stromtarife in Deutschland hinzugekommen, so eine Analyse der Unternehmensberatung A.T. Kearney. „Im deutschen Strommarkt gibt es mehr Anbieter als je zuvor“, sagte Autor Hanjo Arms, Partner bei A.T. Kearney. 

Discountanbieter erfreuen sich zwar bei neuen Kunden großer Beliebtheit, doch deren Geschäftsmodelle sind teilweise riskant „Viele Billigstromanbieter machen im ersten Vertragsjahr zunächst keinen Gewinn, bitten den Kunden aber in den Folgejahren kräftig zur Kasse“, sagt Andreas Stender, Co-Autor der Studie. Etwa 70 Prozent des Endkundenpreises bei Strom setzen sich aus Steuern und Abgaben sowie Netzentgelten zusammen, bei Gas sind es 60 Prozent. Wenn dann hohe einmalige Boni an Neukunden ausgezahlt würden, sei die Marge vor internen Kosten für diese Kunden im ersten Jahr deutlich negativ, ergänzt Arms.

Die Ökostromunternehmen sind dagegen zunehmend die Gewinner in Zeiten der Energiewende. Sie sind demnach in der Regel sowohl im Bereich Strom als auch bei Gas vom ersten Kundenjahr an profitabel. Laut einer Analyse der Berater eine Marge für Strom von 90 bis 120 Euro pro Jahr und von 160 bis 200 Euro für Gas. Ökogas sei allerdings vorerst weiter eine Marktnische.