Klimawandel
24.01.2018

Ölkonzerne suchen ihre Zukunft

Foto: iStock
Die Nutzung von Erdöl durch den Menschen könnte zurückgehen.

Manager unter Druck: Auf den Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen der Ölkonzerne wollen immer mehr Investoren und Anleger wissen, wie sich diese auf eine CO2-arme Zukunft einstellen.

Auch wenn Erdöl keine große Zukunft mehr haben sollte, gehen die Ölkonzerne zumindest davon aus, dass die Nachfrage nach dem vergleichsweise sauberen fossilen Energieträger Erdgas weiter wächst. So erwartet die Internationale Energieagentur IEA in Paris, dass die Nachfrage nach Erdgas bis 2040 um 50 Prozent steigen wird. Vor allem die europäischen Ölkonzerne Shell, Eni und Total hätten sich deswegen in den vergangenen Jahren auf dem Gasmarkt stärker positioniert, stellt die KfW IPEX in Frankfurt in einer Kurzstudie fest.

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Wie rosig die Zukunft für Erdgas ist, hänge jedoch von den künftigen Marktanteilen der erneuerbaren Energien ab, schreibt die IPEX und weist darauf hin, dass deren Wachstum in der Vergangenheit stets unterschätzt wurde. Insbesondere die europäischen Konzerne seien erkennbar dabei, in Alternativen zu investieren. So engagiert sich etwa die norwegische Statoil zunehmend bei Offshore-Windprojekten und plant bis 2030 15 bis 20 Prozent der langfristigen Investitionsausgaben für Erneuerbare zu verwenden.

Ölkonzerne sind Nachzügler

Der niederländische Ölkonzern und größte Tankstellenbetreiber der Welt Shell investiert wiederum stark in eine elektromobile Zukunft. So hat der Konzern den Betreiber von Ladestationen New Motion übernommen und angekündigt, Ladestationen in zehn europäischen Ländern aufzustellen. Zudem hat Shell ein eigenes Konzeptauto - Project M - vorgestellt, das nur 2,6 L Benzin verbrauchen soll. Auch die österreichische OMV plant, an ihren Tankstellen Ladestationen für Elektroautos aufzustellen. Der französische Ölkonzern Total wiederum will bis 2035 ein Fünftel seiner Investitionen in Energiespeicherung und Energieeffizienz stecken und hat unterdessen den französischen Batteriehersteller Saft erworben und sich beim amerikanischen Solarhersteller SunPower eingekauft.

Die Konzerne seien jedoch bei ihren Investitionen Nachzügler, meint die IPEX. Daher gibt es auch unter den Anlegern jene, die eine Strategie der gezielten Schrumpfung und Gewinnausschüttung bevorzugen würden. Diesen Weg haben zum Beispiel die internationalen Tabakkonzerne gewählt, die ihre Anleger in einem schrumpfenden Markt mit hohen Renditen von 13 Prozent bei Laune halten.

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Thomas Bauer
Keywords:
Klimawandel | Ölkonzerne
Ressorts:
Markets

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